Fußball
Remis lässt VfB-Spitze grübeln

Die Führungsriege des VfB will das Unentschieden und die Situation am Montag analysieren. Rückendeckung für Chefcoach Stephan Ehlers gab es erst einmal nicht.

Bild: Piet Meyer
Zweikampf: VfL-Angreifer Conrad Azong (vorn) im Duell mit VfB-Mittelfeldspieler Lennart Madroch.Bild: Piet Meyer
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Oldenburg In der Wissenschaft gibt’s die Metaanalyse, im Oldenburger Fußball seit diesem Sonntag die Meteranalyse. „Nach dem 1:0 sind wir immer einen Meter zu wenig gelaufen – und das ärgert mich“, sagte VfB-Coach Stephan Ehlers nach dem 1:1 im Derby am Sonntagnachmittag vor 2387 Fans im Hans-Prull-Stadion des VfL. „Nach dem 0:1 sind wir immer einen Meter mehr gelaufen und haben uns den Punkt mehr als verdient“, ergänzte Gegenüber Dario Fossi.

Angesichts des Spielverlaufs zauberte das Remis den Gastgebern etwas mehr Freude in die Gesichter. Richtig weiter hilft das 1:1 aber keinem. Aufsteiger VfL ist mit nun sechs Punkten weiter Tabellenletzter. Der VfB rutschte nach dem fünften Remis im achten Spiel mit acht Zählern auf den drittletzten Rang der Regionalliga Nord ab.

„Ich glaube, dass wir ein Stück weit unseren Ansprüchen hinterherlaufen“, sagte VfB-Sportleiter Andreas Boll nach dem Spiel zur Gesamtsituation und ergänzte mit Blick auf den Auftritt im Derby: „Bis zum 1:0 waren wir klar besser, aber dann lässt die Mannschaft aus unerklärlichen Gründen nach.“

Im elften Ligaduell seit der Jahrtausendwende (jetzt fünf VfB-Siege, sechs Remis) zeigten die Gäste zunächst, dass sie an diesem Tag unbedingt den Führungsanspruch im Oldenburger Fußball untermauern wollten.

Schon nach 50 Sekunden gab Lennart Madroch den ersten guten Schuss auf das Tor von VfL-Keeper Jannik Zohrabian ab. Während der VfB zumindest gefühlt 90 Prozent Ballbesitz hatte, dachte die Fossi-Elf fast nur defensiv und agierte bei den wenigen Entlastungsangriffen viel zu hektisch.

Die Ehlers-Elf kam zu weiteren guten Chancen, beispielsweise durch Hugo Magouhi (13. Minute) und den früh für den verletzt ausgeschiedenen Süleyman Celikyurt gekommenen Harry Föll (23.), doch bis zur Pause blieb es beim 0:0. „Wir hatten viel Glück, dass wir nicht in Rückstand geraten sind“, meinte Fossi. „Wir hatten in der ersten Halbzeit ein deutliches Chancenplus – wir hätten zwingend einige Tore erzielen müssen“, klagte Ehlers, dessen Team aber kurz nach der Pause zur verdienten Führung kam. Eine scharfe Hereingabe von Madroch ging an Magouhi vorbei, landete an der Hacke von VfL-Innenverteidiger Marten Schmidt und trudelte an Keeper Zohrabian vorbei ins Tor (49.).

Der Aufsteiger steckte aber nicht auf und schlug zurück. Nur etwa eine Minute nach seiner Einwechslung ließ der eingewechselte Zugang Fabian Lokaj die Grünen in seinem ersten Spiel für das Team jubeln, als er eine flache Hereingabe von Lennart Blömer ins Tor spitzelte (64.).

Es folgten viel Hektik, einige Gelbe Karten und mehr oder weniger gute Chancen auf beiden Seiten – die besseren hatte der VfL. In der Nachspielzeit bewahrte VfB-Keeper Dominik Kisiel seine Elf vor einer Niederlage, als er einen Lokaj-Schuss von der Strafraumgrenze parierte (90.+1).

Eine Derbyniederlage hätte die Trainerdiskussion, die in den vergangenen Tagen Fahrt aufgenommen hatte, beim VfB wohl kräftig angeheizt, aber auch das Remis lässt die Vereinsspitze grübeln. „Wir müssen erst analysieren, woran es gelegen hat. Am Montag setzen wir uns gemeinsam hin“, erklärte Boll, wollte sich zur Debatte um Ehlers, dessen Verhältnis zur Mannschaft sei, „wie es sein muss“, aber nicht direkt äußern. „Es geht hier nicht um persönliche Befindlichkeiten“, sagte der Sportleiter nur und ergänzte mit Blick auf den Leistungsknick im Derby: „Fakt ist, dass das so nicht passieren darf.“

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