Fußball
Folgenschwere Absage am Handy

Die Trainer haben „ein gutes Verhältnis“. Es wird gemunkelt, dass nicht nur Fossi indirekt seinen Job Ehlers verdankt, sondern dies auch andersherum der Fall ist.

Bild: Piet Meyer
Seit Sommer 2017 Trainer beim VfB Oldenburg: Stephan EhlersBild: Piet Meyer
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Seit Sommer 2016 Trainer beim VfL Oldenburg: Dario FossiBild: Piet Meyer
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Oldenburg Am 22. Juni 2016 glühten bei den Verantwortlichen des VfL Oldenburg nicht nur die Telefondrähte. Eigentlich sollte an diesem Tag Stephan Ehlers als neuer Chefcoach des damaligen Fußball-Oberligisten vorgestellt werden, doch der Trainer klingelte kurz vor der Präsentation bei Sportleiter Detlef Blancke durch, sagte ab und ging zum BSV Rehden. Während Präsident Rainer Bartels am Handy fluchend den Frust entlud, griff auch Blancke nach dem ersten Schock wieder zum Smartphone und rief bei Dario Fossi an – der 35-Jährige sagte zu.

„Der VfL kann froh sein, dass es so gelaufen ist“, meint Fossi jetzt, gut zweieinhalb Jahre später, in denen er das Team von der Alexanderstraße nicht nur mehrere Schritte nach vorn, sondern in diesem Sommer sogar sensationell in die Regionalliga gebracht hat.

An diesem Sonntag werden er sowie Fast-VfL- und Aktuell-VfB-Trainer Ehlers nur ein paar Meter voneinander entfernt im Hans-Prull-Stadion an der Seitenlinie stehen. Um 15 Uhr empfangen die „Grünen“ die „Blauen“ zum ersten Punktspiel der Rivalen seit gut acht Jahren. Gewinnt der VfL, könnte Fossi, der seinen Job indirekt Ehlers zu verdanken hat, mit seinem Team nicht nur am Stadtrivalen vorbeiziehen, sondern eventuell zugleich dafür sorgen, dass dieser seinen Job verliert.

Im VfB-Umfeld herrscht nach dem durchwachsenen Start in jedem Fall Unruhe. Nach nur sieben Punkten aus sieben Spielen ist eine Trainerdebatte entbrannt. Auch wenn die Vereinsspitze noch die Ruhe bewahrt. „Wir haben mit keinem anderen Trainer gesprochen“, sagt Klaus Berster. Der Vorstandsvorsitzende schiebt aber ein in der Branche nicht ungewöhnliches Wort hinterher: „Vorläufig.“

Beim VfL stehen nach acht Partien nur fünf Zähler zu Buche, doch die Ansprüche sind beim Aufsteiger geringer als im VfB-Lager. Zufrieden ist Fossi aber natürlich nicht: „Wir spielen seit Wochen gut. Wir müssen aber auch einmal den letzten Meter gehen, um die drei Punkte zu holen.“

Die Wogen zwischen VfL-Spitze und Ehlers haben sich übrigens geglättet. Auch die Trainer haben „ein gutes Verhältnis“, sagt Fossi mit Blick auf Ehlers, der am 28. August 2017 beim VfB Nachfolger von Dietmar Hirsch wurde. Es wird gemunkelt, dass Fossi damals erster Wunschkandidat war, aber sein Wort beim VfL nicht brechen wollte. Somit könnte der jetzt 37-Jährige dem elf Jahre älteren Kollegen indirekt ebenfalls zum Posten verholfen haben – und wird vielleicht ja irgendwann sein Nachfolger.

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