Oldenburg /Frankfurt Sie sehen aus wie Gelbe Karten, sie sind auch Gelbe Karten, haben aber nicht exakt die gleiche Bedeutung wie die seit Jahrzehnten bekannten Gelben Karten für Fußballer. Die Gelben Karten, die in der neuen Saison auch Trainern und anderen Offiziellen einer Mannschaft gezeigt werden können, sorgen in der Szene für Diskussionsstoff.

„Ich lasse mich an meinem Arbeitsplatz in der Coaching Zone nicht einengen“, sagt Alexander Kiene, Trainer des Regionalligisten VfB Oldenburg: „Ich bin ein emotionaler Mensch. Was sich der DFB bei dieser Regelung gedacht hat, kann ich nicht nachvollziehen.“

Die Unparteiischen können den Trainern bei einem Fehlverhalten – beispielsweise verbalen Ausrastern – ab der Saison 2019/20 die Gelbe Karte zeigen. Auch das Betreten des Spielfeldes kann mit dem Zeigen des Kartons sanktioniert werden. Und das nicht nur in der Bundesliga, sondern hinunter bis zur Kreisklasse. Allerdings ist nicht definiert, was danach passiert. Denn zwingende Vorgaben für Sperren bei Gelben Karten gibt es (noch) nicht. In der Bundesliga und der 2. Bundesliga könnte es auf drei hinauslaufen. Die Deutsche Fußball Liga wird am 21. August in Berlin darüber diskutieren. Zum Vergleich: Spieler kassieren nach der fünften Gelben Karte eine Sperre für ein Spiel. Nach der zehnten und 15. Karte gibt es für die Kicker jeweils ein weiteres Spiel Sperre.

Neidhart betroffen

Bereits eine Gelbe Karte auf dem Konto hat Trainer Christian Neidhart vom Drittligisten SV Meppen. Er war im Spiel bei Waldhof Mannheim am vergangenen Wochenende auf diese Weise bestraft worden, weil er sich gegenüber Schiedsrichter Florian Badstübner (Windsbach) gestenreich über den Platzverweis gegen den Meppener Spieler Willi Evseev aufgeregt hatte.

Zwar können die Schiedsrichter nun im Profi- und im Amateurbereich außer den Gelben auch Gelb-Rote Karten verteilen. Ob dies dann – wie bei Spielern – automatisch ein Spiel Sperre nach sich zieht, ist aber noch nicht einheitlich geregelt. Die bislang härteste Strafe gegen einen Trainer, der Verweis aus dem Innenraum, wird nun durch das Zeigen einer Roten Karte auch optisch unterstrichen.

Lutz Wagner, Lehrwart beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), sieht die Karten als sinnvolle Ergänzung. „Die Möglichkeit einer mündlichen Ermahnung, die deeskalierend wirkt, bleibt bestehen“, erklärt er: „Wir setzen also weiterhin auf Kommunikation und auf ein gelebtes Miteinander auf und neben dem Platz.“ Wer aber die Grundsätze des Fair Play verletze oder respektlos agiere, der „muss auch mit Sanktionen rechnen“.

Dass sich der Umgang zwischen Schiedsrichtern und Trainern durch die neuen Regeln verändern werde, erwartet Wagner aber nicht. Auch die Gefahr einer Einschränkung der Trainerarbeit bestehe nicht. „Überhaupt nicht, das ist in keiner Weise Ziel der Regeländerung“, betont er. Die fachliche Arbeit und auch das Mitgehen des Trainers mit dem Team in der Coachingzone seien davon überhaupt nicht betroffen. Denn Emotionen und der Dialog untereinander gehörten zum Fußball dazu. Wagner: „Es wird nur eingeschritten, wenn ein unsportliches Verhalten durch Teamoffizielle an den Tag gelegt wird.“

Jouke Faber, Trainer des Regionalligisten SSV Jeddeloh, hat die neue Regel bei seiner Arbeit an der Seitenlinie im Hinterkopf. „Wenn man merkt, dass der Schiedsrichter darauf Wert legt, werde ich mich natürlich zurückhalten. Durch so etwas möchte ich meinem Team nicht schaden“, sagt der Niederländer.

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Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
Lars Puchler Redakteur / Lokalsport Ammerland
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