Oldenburg Der VfB Oldenburg hat seine Regionalliga-Fußballer aus dem Gesamtverein herausgelöst. Die Delegiertenversammlung des Vereins folgte am Montagabend dem Vorschlag des Vorstands, den Spielbetrieb der 1. Herrenmannschaft in einer eigenen GmbH zu organisieren. Von 56 Delegierten waren 48 dafür, vier stimmten dagegen, vier Delegierte enthielten sich. Präsident Klaus Berster hatte einen solchen Schritt bereits vor Monaten angekündigt.

Den Begriff „Ausgliederung“ hören die VfB-Verantwortlichen in diesem Zusammenhang nicht gern. „Der Begriff erweckt den Eindruck, als wenn Einfluss und Bindung verloren gehen würden“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Georg Oltmanns: „Das ist aber nicht der Fall. Wir möchten daher lieber vom ,Oldenburger Modell‘ sprechen.“

Dieses sieht vor, dass 51 Prozent der Anteile der neuen Fußball-GmbH beim Verein VfB verbleiben. Dass ein Verein bei einer Auslagerung seiner Fußballer Mehrheitsgesellschafter ist, hat ohnehin der Deutsche Fußball-Bund in seiner viel diskutierten „50+1“-Regel vorgeschrieben. Im Falle des VfB sollen die übrigen 49 Prozent verkauft und somit Erlöse von bis zu 980 000 Euro erzielt werden. Damit wäre eine vollständige Tilgung von Altlasten möglich. Nach Angaben des Vereins ist bereits mehr als die Hälfte der zu veräußernden Anteile verkauft – somit sind schon mehr als 500 000 Euro geflossen. Die Käufer seien allesamt dem VfB nahestehende Förderer, die sich teils schon lange als Sponsoren engagieren.

Das Stammkapital der neuen GmbH beträgt laut Oltmanns 50 000 Euro. Die neuen Anteilseigner hätten bewusst und in Absprache mit dem Vorstand das 40-fache des Nennwerts für ihre Anteile bezahlt. So kommt der hohe Erlös von 980 000 Euro zustande, obwohl nur 49 Prozent der Anteile (das entspricht einem Nennwert von 24 500 Euro) verkauft werden (24 500x40 = 980 000).

Mit dem Schritt will der VfB sicherstellen, dass die finanziellen Risiken des Regionaliga-Spielbetriebs nicht zu Lasten des Gesamtvereins gehen. Berster hatte vor einigen Monaten in einer Art „Brandrede“ dargestellt, mit welch hohen finanziellen Belastungen der Verein noch immer zu kämpfen habe.

Dass ein Viertligist eine solche Umstrukturierung vornimmt, ist nicht ungewöhnlich. Auch bei den Ligarivalen SSV Jeddeloh und VfL Oldenburg gibt seit Jahren eine Fußball-GmbH, die mehrheitlich dem Verein gehört.

Hauke Richters
Leitung
Sportredaktion

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