Oldenburg Der eine liebt es, Tore zu schießen, der andere verhindert sie lieber – gemeinsam wollen Stürmer Pascal Steinwender und Torwart Thilo Pöpken den VfB Oldenburg an diesem Samstag (13.30 Uhr) im letzten Spiel vor der Winterpause in der Fußball-Regionalliga bei Weiche Flensburg kurzfristig wieder in die Erfolgsspur hieven. Mittel- oder langfristig könnten sich ihre Wege trennen.

„Ich werde die Saison in jedem Fall beim VfB zu Ende spielen“, verspricht Steinwender, der nach Spielen nicht selten von gegnerischen Trainern oder Managern umgarnt wird. Mit seinen Toren und Vorlagen (jeweils sieben in dieser Saison) hat er sich auch bei höherklassigen Clubs auf sich aufmerksam gemacht.

In der vergangenen Woche machten wilde Gerüchte über einen möglichen Wechsel zu Bundesligist Paderborn und einen schon absolvierten Medizincheck die Runde. „Da ist nichts dran – ich war in Oldenburg“, sagt der pfeilschnelle Angreifer. „Seine Schnelligkeit ist eine Waffe. Davon lebt er – das kann man nicht trainieren“, sagt VfB-Sportvorstand Andreas Boll.

Die Verantwortlichen wünschen sich natürlich, dass der Stürmer längerfristig ein Grundpfeiler ist – ob der 23-Jährige aber über den Sommer hinaus bleibt, ist fraglich. Dass vor dem Duell mit dem HSC Hannover das Steinwender-Gerücht umging, gefiel Sportleiter Jürgen Hahn nicht. Die maue Leistung beim 1:1 gegen das Schlusslicht „hat mich mehr geärgert“, sagt er, würde aber solche Störgeräusche nur zu gern vermeiden.

„Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mich so etwas nicht beschäftigt“, sagt Steinwender zu den Spekulationen um seine Zukunft: „Im Training und im Spiel konzentriere ich mich aber auf meine Leistung.“ Die stimmte am Sonntag bei ihm – abgesehen von der Vorlage zum 1:0 von Kifuta Kiala Makangu – aber wie bei fast allen nicht.

Letztlich war es wohl einzig Pöpken zu verdanken, dass das Duell des zehntplatzierten VfB mit dem Tabellenletzten nicht ganz zur Blamage wurde. „Die Vorfreude war schon groß“, sagt der 20-jährige, der durch die Verletzung von Stammkeeper Dominik Kisiel (Muskelfaserriss) erstmals in dieser Saison und insgesamt zum zehnten Mal im Regionalliga-Tor stand, einen Elfmeter hielt und viele weitere Paraden zeigte. „Ich hatte genug zu tun“, sagt Pöpken und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Das ist für einen Torwart doch ganz schön.“

Während der junge Keeper, der sich mitten in der Polizei-Ausbildung befindet, trotz der Ersatzrolle einen zufriedenen Eindruck macht und keine Wechselambitionen hegt, gibt es im Team wohl andere, die sich mit ihrer Position als Ergänzungsspieler nicht anfreunden können. Abgänge im Winter kämen wenig überraschend. Zumal es nach Mittelfeldspieler Jakob Bookjans, der nach seinem Fußbruch im August gegen den HSC sein Comeback feierte, weitere Rückkehrer geben wird.

Stammkräfte wie Steinwender möchte Trainer Alexander Kiene natürlich nicht verlieren. „Im Winter setze ich mich mit dem VfB zusammen. So ist es besprochen. Anfang des Jahres werde ich mir Gedanken über meine Zukunft machen“, sagt der Angreifer, der 2020 seinen Bachelor im Lehramtsstudium abschließen möchte.

Wie Holstein Kiel oder jetzt aktuell auch Paderborn wurde auch Flensburg schon ein Interesse nachgesagt. Auch Weiche-Trainer Daniel Jurgeleit hat Steinwender nach vergangenen Spielen schon angesprochen. „Es kommen immer wieder Leute, die fragen“, sagt Steinwender dazu: „Etwas Konkretes gibt’s nicht.“

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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