Paris Bödvarsson! Traustason! Zu den vielen Mythen, Legenden und bitteren Enttäuschungen in der Geschichte des österreichischen Fußballs sind jetzt zwei neue Namen hinzugekommen, an die man sich zwischen Wien und Bregenz noch lange mit Schaudern erinnern wird.

Mindestens das Achtelfinale, gern auch mehr: Mit solchen Erwartungen ist ein Team voller Bundesliga-Stars zu dieser Fußball-EM geschickt und damit wohl auch überfrachtet worden. Nach dem 1:2 (0:1) gegen Island geht es wieder schon nach der Vorrunde nach Hause. Ohne einen Sieg und auch nur ein einziges überzeugendes Spiel.

„Wir haben’s verbockt“, sagte Stefan Ilsanker von RB Leipzig: „Da können wir nicht von Pech reden, damit müssen wir leben.“ Und wie sich das anfühlt? „Beschissen!“

Die Versuchung ist groß, das Scheitern in jene Schublade einzuordnen, in der schon die vielen anderen Dramen des österreichischen Fußballs stecken. Die Geschichte von der Heim-EM 2008 etwa, als das „Team Austria“ selbst als Gastgeber kein einziges Spiel gewann. Oder von der WM 1990, als es nicht einmal mit großen Namen wie Toni Polster oder Andreas Herzog zum Weiterkommen reichte.

Alles Geschichten, die von der ewigen Selbstüberschätzung oder enttäuschten Hoffnungen erzählen – und die alten Reflexe funktionieren ja noch immer. Von den „EM-Versagern“ schrieb die „Kronen“-Zeitung gleich nach dem Abpfiff am Mittwoch. Trainer Marcel Koller wurde noch im Stade de France gefragt, ob er dieses Ausscheiden auch als „persönliches Scheitern“ empfinde.

Neu ist, wie sachlich alle Protagonisten mit diesem K.o. umgehen. In der Enttäuschung zeigte der österreichische Fußball jene Größe, die man ihm gern abspricht. „Nein“, sagte Koller, „persönlich denke ich nicht, dass das ein Scheitern ist. Für meine Spieler und für mich war das eine Erfahrung.“ Genau die habe seinem Team gefehlt.

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