OLDENBURG Nach einem kleinen Zwischenhoch ist beim VfB Oldenburg vorerst wieder Tristesse eingekehrt – auf und neben dem Spielfeld. Am Sonntag verloren die Oberliga-Fußballer von Trainer Torsten Fröhling vor 784 enttäuschten Zuschauern im heimischen Marschwegstadion trotz gefühlten 85 Prozent Ballbesitz 0:1 (0:0) gegen das abstiegsbedrohte Team von Eintracht Northeim.

Dabei war die Taktik der Gäste gegen die im Abschluss erschreckend harmlosen Oldenburger voll aufgegangen: Teilweise mit fünf Abwehrspielern auf einer Linie agierend, igelten sich die Northeimer in der mäßigen Partie mit elf Mann in der eigenen Hälfte ein und lauerten auf Konter. Gegen dieses klug verschiebende Bollwerk erarbeiteten sich die Gastgeber zwar ein klares Übergewicht. Richtig gefährliche Torchancen konnten sie sich in dem ideenlosen Geduldspiel jedoch nicht herausarbeiten.

Immer wieder suchten die Oldenburger ihr Heil in hohen Bällen, doch besaßen die groß gewachsenen Eintracht-Spieler die klare Lufthoheit. Die beste Gelegenheit zum Führungstor war bezeichnenderweise ein Zufallsprodukt. Nach einer Ecke und einem verunglückten Schussversuch von Mehmet Ari gab Peer Wegener dem Ball mit der Fußspitze eine andere Richtung, und das Kunstleder trudelte nur Zentimeter am langen Pfosten vorbei (33.).

Nach Wiederbeginn erhöhten die Oldenburger eine Viertelstunde lang den Druck und forcierten ihr zuvor fast völlig vernachlässigtes Flügelspiel. Aber zu mehr als einem harmlosen Kopfball von Alexander Tschalumjan reichte es nicht (58.). Erst bei einem Schuss des kurz zuvor eingewechselten Theodor Koch wurde es gefährlich. Doch auch den Nachschuss vom Tim Schwarz konnte Torwart Dominik Hillemann entschärfen (63.).

Danach tauchte plötzlich Grzegorz Podolczak frei vor Jonas Gottwald auf, doch der VfB-Torhüter war beim Tunnelversuch des Eintracht-Stürmers wachsam (68.). Wenig später zog Oldenburgs Alexander Nouri aus spitzem Winkel ab, aber genauso wie bei Schwarz’ anschließenden Seitfallzieher war der Gäste-Torwart zur Stelle (73.).

Dann kam das, was nach dem einseitigen Spielverlauf einfach kommen musste: Nach einem Konter der Gäste erzielte Adrian Koch trotz klarer Unterzahlsituation im zweiten Versuch den Siegtreffer (88.). Im Frust fing sich VfB-Abwehrspieler Ole Hengelbrock in der Nachspielzeit noch die Gelb-Rote Karte ein.

Trist war nach dem Abpfiff auch die Atmosphäre bei der Pressekonferenz, in der VfB-Präsident Hans-Jürgen Klarmann und Aufsichtsratsprecher Holger Vosgerau den Sponsoren erläuterten, dass der VfB – wie berichtet – eine Teilnahme an der Regionalliga in der kommenden Saison aktuell aus finanziellen Gründen nicht stemmen kann und daher auf einen Lizenzantrag verzichtet wurde. Gleichzeitig warben sie um weitere Unterstützung, um in der anstehenden Qualifikationssaison 2011/2012 zur neuen Regionalliga mit einem konkurrenzfähigen Oberliga-Kader neu angreifen zu können.

Torsten Fröhling (VfB-Trainer): Wir hatten uns nach den Ereignissen in der vergangenen Woche sehr viel vorgenommen, wollten zeigen, dass wir weiter gewillt sind, Punkte zu sammeln. Leider konnten wir dies gegen clever verteidigende Northeimer in keinster Weise umsetzen. Das war viel zu wenig.Lutz Lillig (Eintracht-Trainer): Diese drei wichtigen Punkte, die uns am Leben halten, haben wir uns mit einer sehr guten Verteidigung und in der zweiten Hälfte auch mit einem Quäntchen Glück verdient.

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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