ESSEN ESSEN/DPA/SID - Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat wegen der Krawalle beim Zweitliga-Spiel am Montagabend zwischen RW Essen und Hansa Rostock (0:0) Ermittlungen aufgenommen. Wegen eines durch Leuchtfeuer ausgelösten Brandes im Gäste-Fanblock hatte Schiedsrichter Jochen Drees in der 50. Minute die Partie für knapp 15 Minuten unterbrochen. Da die Krawalle von mutmaßlichen Hansa-Fans ausgingen, muss der Club harte Sanktionen befürchten.

„Dass es sich hierbei um kein Bagatelldelikt handelt, hat jeder gesehen. Wir werden nun alle Erkenntnisse sorgfältig auswerten und danach das Verfahren einleiten“, kündigte der Kontrollausschussvorsitzende Horst Hilpert an. Wie die Polizei Essen bekannt gab, wurden 75 Personen vorübergehend in Gewahrsam genommen, elf müssen mit einem Strafverfahren rechnen. 14-mal musste das Rote Kreuz helfen. Sekunden, nachdem das Feuer im Georg-Melches-Stadion ausgebrochen war, reagierte Drees und schickte die Spieler in die Kabine.

Während Besucher, darunter auch Kinder, an die Zäune gedrückt wurden und eine Panik drohte, flogen von der Tribüne weitere Feuerwerkskörper auf den Rasen. Erst als eine Hundertschaft der Polizei den mit rund 1500 Fans gefüllten Block stürmte, die Brandkörper löschte und für Ruhe sorgte, wurde das Spiel fortgesetzt. Hansa muss nun mit einer harten Bestrafung rechnen. Möglich erscheinen eine hohe Geldstrafe, ein Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit oder eine Platzsperre. Ein Punktabzug gilt jedoch als eher unwahrscheinlich.

Die Gäste-Anhänger gelten als Wiederholungstäter. In dieser Saison kam es bereits bei Rostocker Auswärtsspielen in Burghausen, Karlsruhe und Babelsberg (Pokal) zu Vorkommnissen, Hansa distanzierte sich daraufhin von einer bestimmten Fan-Gruppe. „Ich hatte den Eindruck, dass die Krawalle in Essen geplant waren“, sagte Hansa-Torwarttrainer Perry Bräutigam, der einen Racheakt vermutet.

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