OLDENBURG Allein der Name Bayern München polarisiert. „Entweder man hasst oder liebt diesen Verein“, be-schreibt ein Zuschauer der Basketball-Partie Baskets Oldenburg gegen den FC Bayern am Sonnabend in der EWE-Arena das wenig ausgewogene Verhältnis vieler Deutscher zu dem Traditionsclub. Die vielschichtigen Emotionen rühren jedoch eher vom Fußball. Jeder kennt die Wutausbrüche des früheren Managers und heutigen Vereinspräsidenten Uli Hoeneß. Der FC Bayern ist der erfolgreichste Club Deutschlands, nimmt vor jeder Saison die Rolle des Meisterschaftsfavoriten ein und ist wirtschaftlich eines der am besten aufgestellten Sport-Unternehmen der Welt.

Vor zwei Jahren mussten die knapp 170 000 Bayern-Mitglieder darüber abstimmen, ob die Basketballabteilung in die Erste Liga geführt werden solle. Axel Oeltjenbruns stimmte wie viele andere dafür. Er ist am Sonnabend einer der wenigen Besucher in Oldenburg, die sich einen Bayern-Schal umgehängt haben. „Ich hätte gedacht, dass mehr Fans da sind, weil es ja auch im Norden Bayern-Sympathisanten gibt“, sagt Oeltjenbruns.

Keine andere Basketballmannschaft in Deutschland hat so prominente Anhänger wie das Team von Dirk Bauer-mann. Für Auswärtsfahrten haben die Fußballstars wie Bastian Schweinsteiger jedoch keine Zeit. So sind die Münchner im hohen Norden auf sich allein gestellt. „Man darf nicht vergessen, dass unsere Spiele vor zwei Jahren noch vor 500 bis 800 Zu-schauern stattgefunden haben“, sagt Bayern-Spieler Steffen Hamann, einer von vielen Nationalspielern im Kader. „Wir haben noch nicht das Basketballpublikum wie etwa die Bamberger. Aber da wollen wir hin.“

Es kommt selten vor, dass ein Aufsteiger einen der höchsten Etats der Liga stellt (ca. 7 Millionen Euro). Bauermanns Ersatzbank wäre wohl bei jedem anderen Verein Stammpersonal. Zusammen kommen Hamann und Co. auf über acht nationale Meisterschaften und Pokalsiege sowie über 450 Länderspiele. Kritik wurde laut, als bekannt wurde, dass die Bayern eine Wildcard für den internationalen Wettbewerb erhalten. „Uli Hoeneß steckt viel Geld in diese Mannschaft. Die be-kommen eine Wildcard – da-für brauchen andere Jahre in der Ersten Liga“, beschwert sich ein Baskets-Fan. „Wenn keine Sponsoren dahinter stehen, kannst du im Basketball keine Mannschaft in der Ersten Liga führen. Das ist bei den Bayern nicht anders und auch in Oldenburg der Fall“, meint das Oldenburger Bayern-Mitglied Oeltjenbruns.

Die Schlusssirene ertönt, der Gastgeber hat mit 88:81 gewonnen und von den Rängen schallt es in Richtung FC Bayern: „Erste Liga, keiner weiß, warum!“ Was ein Wappen auf der Brust so alles auslösen kann.

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