Meppen Für Steffen Puttkammer ist die Zeit des reinen Daumendrückens bald vorbei. Seit knapp zwei Monaten ist der Stammspieler des Fußball-Drittligisten SV Meppen gezwungen, auf der Tribüne Platz zu nehmen – von dort unterstützt er seine Kollegen, so gut es geht. „Ich habe mir das Außenband im Sprunggelenk gerissen“, erklärt der 29-Jährige. Bis zu seiner Verletzung, die er sich am 23. September bei der 0:4-Pleite in Unterhaching zuzog, stand der Zugang vom 1. FC Magdeburg in den ersten zehn Ligaspielen immer in der Startelf.

Meppener Karawane zieht nach Lotte

Beim Spiel in Lotte am 18. November (14 Uhr) sind wohl mehr als 4000 Meppener Fans dabei. Nachdem bereits etwa 2600 Karten an Anhänger aus dem Emsland verkauft worden waren, erhielt der SVM nun weitere 1500 Karten. Zum Vergleich: Lotte hat einen Schnitt von 1939 Besuchern pro Spiel.

Nach der Länderspielpause (diese gilt auch in der 3. Liga) möchte Puttkammer wieder in Meppens Defensive mitwirken. Sollte der Genesungsprozess weiterhin positiv verlaufen, rechnet er sich Chancen aus, am 18. November im Spiel bei den Sportfreunden Lotte zumindest wieder auf der Bank Platz zu nehmen. „Es sieht ganz gut aus“, sagt er über den Heilungsverlauf. Es komme darauf an, wie der Fuß reagiere. Das Training zeichnete sich lange durch Fahrradfahren und Fitnessübungen aus. Zumindest „läuft alles nach Plan“.

Für den Drittligaaufsteiger aus dem Emsland läuft es trotz des Ausfalls seines Verteidigers derzeit rund. Nach 15 Spieltagen rangiert der SVM auf dem siebten Tabellenplatz. Einen Grund dafür hat der gebürtige Wilhelmshavener ausgemacht: „Das Publikum pusht uns wie ein zwölfter Mann“, beschreibt der Neu-Meppener die Fans, die eine „Aufstiegseuphorie“ in der Region entfacht haben, die sich auch in Zahlen messen lässt. Während in der Regionalliga im Schnitt immerhin 2600 Zuschauer zu den Heimspielen kamen, sind es jetzt 7300, die Lust auf Profifußball im Emsland haben. „Kein Gegner kommt gern in die Hänsch-Arena“, sagt Puttkammer und lacht. Für das Derby im knapp 100 Kilometer entfernten Lotte sind schon rund 2600 Tickets an SVM-Fans verkauft worden. Es könnte also laut werden beim möglichen Comeback des Defensivspielers, der in der Jugend des VfB Oldenburg ausgebildet wurde.

Bereits am 3. Spieltag kam es zum Wiedersehen mit seinem Ex-Club 1. FC Magdeburg, für den der 1,92-Meter-Hüne bis Sommer 2017 vier Jahre lang aktiv gewesen war. Die mitgereiste Magdeburger Anhängerschaft feierte ihren ehemaligen Führungsspieler im Stadion seines neuen Clubs. Trotz der Meppener 1:2-Niederlage sei dies „ein tolles Gefühl am Rande“ gewesen, sagt Puttkammer und freut sich schon auf das Rückspiel gegen seinen Ex-Verein: „Die Fans in Magdeburg haben ein Gespür, wer Gas gegeben hat.“

Zu den Höhepunkten während seiner Zeit beim FCM zählte der Aufstieg in die 3. Liga. Aber auch im DFB-Pokal hat der Defensivspieler „einige Schlachten geschlagen“. So auch 2014, als der Erstligist FC Augsburg mit 0:1 in Sachsen-Anhalt verlor.

Inzwischen ist aber das Emsland die Heimat von Puttkammer, der mit seiner Frau und den beiden Söhnen von Magdeburg aus in den Nordwesten gezogen ist. Intensiv verfolgt er auch noch das Geschehen in seiner Geburtsstadt. Vor seiner Zeit in Magdeburg lief Puttkammer von 2010 bis 2013 unter seinem jetzigen Trainer Christian Neidhart für den SV Wilhelmshaven in der Regionalliga auf.

Der SVW ist allerdings wegen eines langwierigen Streits mit den Verbänden und durch Abstiege inzwischen in der Bezirksliga gelandet. „Es wäre schön, wenn bezüglich der Wiedereingliederung in die Regionalliga mal eine Entscheidung fiele. Das würde die Unruhe aus dem Verein bringen“, sagt Puttkammer über den Rechtsstreit. Erfreulicher findet der 29-Jährige die Ergebnisse, die sein „guter Freund“ Dario Fossi (einst Spieler beim SVW) als Trainer des Oberliga-Spitzenreiters VfL Oldenburg einfährt.

Niklas Grönitz Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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