WILHELMSHAVEN Was hat der SV Wilhelmshaven in seiner Vereinshistorie nicht schon alles erlebt – viel mehr als nur Siege und Niederlagen: Punktabzüge, nicht komplett gefaxte Lizenzunterlagen oder besondere Auflagen des DFB. Nun kommt ein weiteres unangenehmes Kapitel hinzu. Das Spiel in der Fußball-Regionalliga zwischen dem SV Wilhelmshaven und SV Meppen am Freitagabend (2:5) stand auf Bitten der Jadestädter unter Verbandsaufsicht.

Nach Clubangaben soll ein SVW-Spieler im Vorfeld der Partie versucht haben, Mannschaftskameraden für eine Spielmanipulation anzuwerben. Die Spieler informierten umgehend ihren Trainer und den Vorstand.

Dieser machte den Vorfall öffentlich. „Das sind wird dem Verein und dem Fußball schuldig. Auch die Mannschaft hat sich völlig korrekt verhalten, als sie uns von der versuchten Spielmanipulation durch einen ehemaligen DFB-Junioren-Auswahlspieler unterrichtet hat“, sagte der SVW-Vereinsvorsitzende Dr. Hans Herrnberger. Der verdächtige Spieler wurde sofort beim DFB angezeigt, er wurde suspendiert und ihm wurde ein Stadionverbot erteilt.

Das Spiel stand unter der Beobachtung eines Staatsanwalts und eines persönlichen Beauftragten von Theo Zwanziger. Der DFB-Präsident hatte den Vorsitzenden des Bezirks-Schiedsrichterausschusses, Georg Winter aus Damme, geschickt. Die beiden Offiziellen werden – wie wohl auch die übrigen 798 Zuschauer im Jadestadion – kaum etwas melden können, was einer Spielmanipulation nahe käme. Zum Stand der Untersuchungen durften sie sich indes nicht äußern.

Die Fakten waren aber klar: Meppen war in den ersten 30 Minuten und in der Schlussphase besser. „Nein“, meinte auch SVW-Kapitän Steffen Puttkammer, „mit den Vorkommnissen im Vorfeld dieser Partie hatte unsere Leistung nichts zu tun.“ Das habe nicht in den Hinterköpfen der Spieler gesteckt.

Dennoch war das ansonsten eher geringe Medieninteresse im Stadion am Freitagabend enorm groß. Die Reporter und Kamerateams gaben sich die Türklinke zur VIP-Lounge in die Hand. Clubsprecher Jörg Schwarz, Trainer Christian Neidhart und Herrnberger mussten viele Fragen beantworten, die so gar nichts mit dem Spiel zu tun hatten.

Dabei würde Neidhart sich gerne wieder um das kümmern, was er am liebsten macht: Die Mannschaft trainieren. Doch der Trainingsplan muss erst einmal neu gestaltet werden. An diesem Mittwoch werden die ersten Zeugen in Bremen vom DFB vernommen. „Wir müssen erstmal sehen, was da noch alles kommt“, sagt Neidhart.

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