Mainz /Köln Achim Beierlorzer war nur eine gute Woche weg, Markus Gisdol dagegen 666 Tage – dennoch agieren die beiden „Karnevalsclubs“ Mainz 05 und 1. FC Köln wie schon bei den Entlassungen der Vorgänger auch bei der Verpflichtung ihrer neuen Trainer nahezu im Gleichschritt.

Dass die Mainzer am Montag den früheren FC-Coach Beierlorzer präsentierten, geht als eine der bizarrsten Trainerverpflichtungen in die Geschichte der Fußball-Bundesliga ein. Gisdol tritt die Beierlorzer-Nachfolge an, sein Vertrag gilt im Falle des Klassenerhaltes bis 2021.

Als neuen Manager holte der FC zudem Horst Heldt (49) an Bord, der in die Fußstapfen von Armin Veh tritt und ebenfalls einen Kontrakt bis 2021 erhält. Der ehemalige Profi wird ebenso wie Gisdol (50) an diesem Dienstag beim Tabellenvorletzten offiziell vorgestellt.

In Mainz wurde die Entscheidung wenige Stunden vorher publiziert. „Sicherlich ist dies eine kuriose Situation im Fußball. Vor einer Woche war ich noch Trainer in Köln, nun werde ich in Mainz als Chefcoach vorgestellt“, gestand Beierlorzer am Montag bei seiner Amtseinführung selbst ein.

Tatsächlich war der 51-jährige Beierlorzer, der bei den Rheinhessen einen Vertrag bis 2022 unterschrieben hat, im Grunde nicht weg gewesen. Denn durch die Länderspielpause verpasst Beierlorzer als Trainer kein Bundesligaspiel. Zudem ist sein letzter Gegner mit dem FC sein erster mit dem FSV – an diesem Sonntag muss Mainz bei der TSG Hoffenheim antreten. „In diesem Geschäft kann es manchmal schnell gehen, besonders wenn es einfach passt“, äußerte der Nachfolger des am 10. November entlassenen Sandro Schwarz. Der Auftrag für Beierlorzer ist klar: Er soll den Drittletzten aus dem Tabellenkeller führen.

In Köln soll ein erprobter „Feuerwehrmann“ helfen. Gisdol kennt sich im Abstiegskampf aus, zuletzt war er von 2016 bis Januar 2018 beim Hamburger SV aktiv und schaffte mit dem HSV jeweils den Klassenerhalt. Dies gelang ihm zuvor bereits mit Hoffenheim.

„Markus stand von Anfang an auf meiner Liste der Trainer, denen ich absolut zutraue, unsere Mannschaft zu stabilisieren und mit ihr die nötigen Siege zu holen“, sagte Frank Aehlig, der Leiter der FC-Lizenzspielerabteilung und seit Vehs Abschied Interims-Sportchef. Er fügte an: „Er ist stressresistent und kennt das unruhige Umfeld eines großen Traditionsvereins aus seiner Hamburger Zeit.“

Gisdol muss aber damit leben, dass er nach den Absagen von Bruno Labbadia und Pal Dardai nur als C-Lösung gilt. Seine erste Bewährungschance mit den Kölnern erhält er an diesem Samstag im Gastspiel bei RB Leipzig.

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