Leipzig Die Empörungswelle dürfte Herbert Hainer einkalkuliert haben. Kaum hatte der Präsident von Bayern München seinen Gedankenspielen für ein Aufstiegsrecht in die 2. Fußball-Bundesliga für Zweitvertretungen freien Lauf gelassen, meldeten sich die Mahner. Sie waren nicht von der Idee angetan, die Zweitvertretung der Bayern künftig im Kreis der 36 Erst- und Zweitligisten am Tisch zu haben.

Noch härter würde die Novelle der Aufstiegsregelung die finanziell traditionell klammen Drittligisten treffen, die sich so sehr den Aufstieg wünschen. Im Prestigeprodukt des DFB war Bayern II als Aufsteiger der gerade beendeten Saison Meister geworden – durfte aber nicht aufsteigen. „Bayern hat ganz andere Möglichkeiten als 99 Prozent der Clubs auf dieser Welt. Von der Fairness her ist es gut, so wie es ist“, sagte der frühere Bayern-Profi Torsten Frings. Er steht künftig als Trainer des SV Meppen an der Seitenlinie.

Das spricht dafür – Das dagegen

Hat eine Mannschaft den Aufstieg sportlich erreicht, soll sie ihn auch wahrnehmen dürfen.

Erstligisten könnten ihre Talente in der 2. Liga noch besser an den Erstliga-Kader heranführen.

Helfen Profis aus der ersten Mannschaft in der Reserve aus, macht das die Partien attraktiver.

Ein Reserve-Team in der 2. Liga verzerrt den Wettbewerb, da es die Erstliga-Strukturen nutzt.

Wenn Profis aus der „Ersten“ aushelfen, verzerrt dies ebenfalls den Wettbewerb.

Wenn einige Clubs in der 1. und 2. Liga vertreten sind, zerstört das die vielfältige Club-Landschaft.

Auch weiter östlich hält sich die Begeisterung in Grenzen. „Angesichts der finanziellen und personellen Ressourcen solch großer Clubs würden die Chancen auf den Aufstieg für alle anderen schlagartig sinken“, betonte Jens Rauschenbach, Präsident des Halleschen FC. Hansa Rostocks Vorstandschef Robert Marien teilte mit, dass „im Extremfall die Gefahr einer Monopol-Stellung bestehen könnte“. Gern gesehen sind Zweitvertretungen in der für sie maximal erreichbaren 3. Liga ohnehin nicht. Spiele gegen diese Teams gelten als unattraktiv, oft wurden Stimmen der Wettbewerbsverzerrung laut, wenn plötzlich einige Profis aus dem Bundesliga- Team im Kader standen.

Ging der Trend vor Jahren noch dahin, dass Bundesligisten ihre U23 abschafften, so sind die „Zwoten“ wieder in. Der VfL Wolfsburg II kämpft seit Jahren um den Aufstieg in die 3. Liga, auch Borussia Dortmund II will aus der Regionalliga raus. Dafür hat man jüngst Trainer Enrico Maaßen verpflichtet, der den SV Rödinghausen zur Meisterschaft der West-Staffel geführt hatte.

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