Leipzig Sepp Maier hätte nach seinem letzten Länderspiel im Jahr 1979 auch nicht gedacht, dass er den Titel Rekord-Nationaltorhüter über vier Jahrzehnte führen würde. Aber nun ist es so weit: Manuel Neuer (34) wird mit dem 76-jährigen Fußball-Rentner Maier zunächst an diesem Samstag (20.45 Uhr/ZDF) in Leipzig im Nations-League-Spiel gegen die Ukraine mit seinem 95. DFB-Einsatz gleichziehen und dann drei Tage später in Spanien zum alleinigen Rekordkeeper aufsteigen.

Debüt im Juni 2009

Maier kann den Verlust seines Ehrentitels verschmerzen. „Das ist mal Zeit geworden“, sagte er lachend vor Neuers Rekordspiel. „Es ist 41 Jahre her, dass ich die Marke aufgestellt habe. Daran sieht man, was das für eine großartige Leistung von mir war. Ich beglückwünsche Manuel Neuer.“

Maier bestritt seine 95 Länderspiele zwischen 1966 und 1979. Neuer benötigte – trotz einer langwierigen Fußverletzung vor der WM 2018 – nur elf Jahre, um sie zu egalisieren. Der gebürtige Gelsenkirchener debütierte am 2. Juni 2009 bei fast 40 Grad in Dubai beim 7:2 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate. Dass er in der Folgezeit zur Nummer eins aufstieg, lag auch am Suizid von Robert Enke. Der nahm sich im November 2009 aufgrund von Depressionen das Leben. In den Monaten davor hatte er noch mehrere Länderspiele bestritten. Maier und Neuer verbindet indes, dass sie beide als Nummer eins beim FC Bayern eine Ära prägten bzw. prägen. Maier wurde 1974 Weltmeister, Neuer 40 Jahre später.

100er-Marke wackelt

Ein Ende von Neuer im DFB-Tor scheint nicht in Sicht. „Ich bin fit, ich fühle mich richtig gut und habe Spaß am Fußball“, sagte der Ausnahmekönner bei seinen jüngsten DFB-Einsätzen im Oktober. Die nächsten Ziele sind die wegen Corona verschobene EM 2021 und die Winter-WM 2022 in Katar. Maier ist überzeugt davon, dass Neuer als erster deutscher Torwart auch die Hunderter-Marke weit überbieten wird: „Manuel Neuer wird bestimmt über 120 Länderspiele bestreiten.“ Zur Einordnung: Die Liste der Spieler mit den meisten Länderspielen führt Lothar Matthäus (150) vor Miroslav Klose (137) und Lukas Podolski (130) an.

Seit zehn Jahren ist Neuer die Nummer eins im Nationalteam. Er hat das Torwartspiel weltweit in eine neue Dimension geführt mit seiner offensiven Interpretation als Fußball spielender Schlussmann, quasi als Torwart-Libero. Vielen Fans ist dabei die Achtelfinal-Partie bei der WM 2014 gegen Algerien in Erinnerung (2:1 nach Verlängerung), in der Neuer mehrmals wie ein Abwehrspieler im Feld agierte.

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