Frankfurt/Main (dpa) - Die Mini-WM-Pläne der UEFA stoßen in der Fußball-Bundesliga auf Kritik. "Ich meine, wir haben genug Wettbewerbe. Die Spieler sind komplett am Anschlag", sagte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der "Bild".

"In der Euro League tritt schon jetzt kaum einer mit der besten Mannschaft an. Einfach weil die Trainer merken: Da ist ein Limit." Die Europäische Fußball-Union möchte die neue Nations League offenbar für alle Nationalmannschaften weltweit öffnen und wirbt für einen neuen Modus mit einer Art Mini-WM als Abschluss.

Nach Ansicht von Watzke haben die UEFA und der Weltverband andere Aufgaben: "UEFA und FIFA haben eigentlich eine Dienstleitungsfunktion für Vereine und sollen nicht selber möglichst viel Geld horten. Und das gerät leider immer weiter ins Hintertreffen."

DFB-Präsident Reinhard Grindel beurteilt den Vorschlag positiver. "Ich finde gut, dass mit dem Konzept der globalen Nations League regelmäßig Begegnungen gegen Teams außerhalb Europas möglich sind", sagte er. In puncto Belastung sieht er den Fall aber ähnlich wie Watzke: "Wichtig ist, dass es gegenüber der Nations League keine zusätzlichen Spiele gibt. Die Belastung für unsere Nationalspieler darf nicht weiter wachsen."

Bayer Leverkusens Geschäftsführer Michael Schade sieht ein weiteres Problem: "Es besteht die Gefahr, dass die Auftritte der Nationalmannschaft an Wert verlieren. Die zurückgehenden Zuschauerzahlen sind ein Beleg dafür", sagte er.

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