Oldenburg „Derbysieger, Derbysieger“, schallte es aus dem von Ibrahim Temin angeheizten VfB-Fanblock – „Spitzenreiter, Spitzenreiter“, hallte es von den Stehplätzen der Anhänger des SV Meppen zurück. Nach dem 2:0 der Regionalliga-Fußballer aus Oldenburg im Prestigeduell mit dem Primus kochten die Emotionen hoch, aber auch dank der strikten Trennung der Lager durch die Polizei nicht über.

„Das war der versöhnliche Höhepunkt einer komplizierten Saison“, meinte VfB-Geschäftsführer Philipp Herrnberger. Die Gastgeber erreichten am Sonntag vor 4907 Zuschauern die Genugtuung, in einer Saison mit vielen Aufs und Abs den Erzrivalen zweimal besiegt zu haben, während den Gästen die Vorfreude darauf blieb, nun halt an anderer Stelle die Meisterschaft perfekt zu machen.

Trainer-Stimmen

Dietmar Hirsch (VfB-Trainer): Wir haben uns von der Derby-Euphorie tragen lassen, aber nie den Kopf verloren. So eine Leistung ist der Maßstab. Christian Neidhart (SVM-Trainer): Es ärgert mich maßlos, dass wir im Derby die schlechteste Saisonleistung abgeliefert haben. Das war hoffentlich ein Schuss vor den Bug.

„Wir haben alles reingeworfen, was wir konnten“, sagte Frederik Lach, der erstmals als defensiver Mittelfeldspieler im 4-1-4-1-System des VfB auflief und dem Spitzenreiter mit seinen Teamkollegen ein rassiges Derby lieferte. Schon nach 24 Sekunden luchste Christopher Kramer Gästekeeper Jeroen Gies nach einem Rückpass mit einem starken Einsatz fast den Ball ab. Es folgten viele intensive Zweikämpfe, die das Spiel trotz weniger Torraumszenen zu einem Genuss machten.

Meppen kam zu mehr oder minder guten Möglichkeiten durch Benjamin Girth (15. Minute/22.) und Martin Wagner (24.), ehe Kramer auf der anderen Seite die größte Chance der ersten Halbzeit vergab, als er allein auf Gies zulief, aber den Ball nicht an dem Torwart vorbeibrachte (25.).

Der Angreifer war der Vorkämpfer in einem starken Kollektiv und versetzte die Fans nach der Pause in Ekstase. Als die Oldenburger nach einer Verletzung von Pascal Richter kurze Zeit nur mit zehn Spielern auf dem Platz waren, kam der Ball über Andreas Pollasch und Dino Fazlic in die Spitze, wo Kramer die Nerven behielt und das 1:0 machte (57.).

Zu dieser Zeit stand schon fest, dass Meppen an diesem Tag nicht Meister werden würde, weil der Tabellenzweite aus Flensburg schon 4:2 gegen Hildesheim gewonnen hatte.

Später hatten die Gastgeber Pech, dass Schiedsrichter Axel Martin ein Handspiel von Thilo Leugers nicht ahndete. Eigentlich hätte es Elfmeter und Gelb-Rot für den Gästespieler geben müssen (74.). Kurz darauf zeigte Martin, nachdem Francky Sembolo direkt davor auf der anderen Seite an Keeper Fabian Klinkmann gescheitert war (81.), aber auf den Punkt, als Kramer wieder auf Gies zugelaufen und vom Keeper gefoult worden war. Tönnies verwandelte sicher zum 2:0 (82.).

„Wenn wir immer so spielen, stehen wir in einem Jahr da oben“, machte VfB-Coach Dietmar Hirsch Hoffnung darauf, dass es in der nächsten Saison aus dem Oldenburger Fanblock „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ schallen kann.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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