Konya Didier Deschamps wollte sich nach dem Offenbarungseid des französischen Starensembles eigentlich auf die Zunge beißen. „Das war ein Schlag ins Gesicht. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen“, äußerte der sichtlich angefressene Trainer des Fußball-Weltmeisters nach dem 0:2 (0:2) in der EM-Qualifikation in der Türkei zunächst kurz angebunden – dann brach der Frust doch noch aus dem 51-Jährigen heraus.

„Wenn man kollektiv eine solche Leistung abliefert, gibt es nichts Positives mitzunehmen. Wir haben nie zu unserem Spiel gefunden und den Gegner nach Belieben gewähren lassen – wir waren gar nicht da“, schimpfte Deschamps im Anschluss an die erste Niederlage der Équipe Tricolore in ihrer Historie gegen die Türkei.

Dass der Coach seine Schützlinge derart in den Senkel stellte, hatte seinen Grund. Schließlich stand für die Franzosen, die sich am Dienstag in Andorra (20.45 Uhr) wohl nur blamieren anstatt rehabilitieren können, nicht ein Schuss auf das Tor der Gastgeber zu Buche – zum ersten Mal seit über zehn Jahren.

„Es gibt keine Entschuldigungen“, sagte Kapitän Hugo Lloris: „Es ist schwierig, ein Spiel zu gewinnen, wenn man sich keine Chancen erarbeitet und nicht auf das Tor schießt.“ Dazu kamen haarsträubende Fehler in der Defensive. Kaan Ayhan vom Bundesligisten Fortuna Düsseldorf brachte die Türken in Konya per Kopf in Führung (30. Minute). Cengiz Ünder erhöhte vor der Pause (40.).

Dass die Franzosen bei der WM noch zwei Stufen weiter oben standen, war am Samstagabend nicht zu erahnen – obwohl neun Profis aufliefen, die auch im WM-Finale gegen Kroatien (4:2) von Beginn an spielten. „Die Türkei hat auf Top-Niveau gespielt. Da spielt es keine Rolle, ob man Weltmeister ist oder nicht“, sagte Deschamps: „Wir haben einfach nicht das gebracht, was nötig gewesen wäre.“

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