BREMEN Es ist sein persönliches Weihnachtsmärchen. Nach einem Jahr zwischen Hoffen und Bangen, in dem ihm aufgrund eines Nierenleidens das Karriereende drohte, hat sich Ivan Klasnic zurückgemeldet. Mit zwei Toren und einer Vorlage führte der Kroate den Fußball-Bundesligisten Werder Bremen zum Heimsieg gegen Bayer Leverkusen. Mit einem 5:2 hielten die Bremer den Rivalen vor 39 308 Zuschauern im Weserstadion auf Distanz und beendeten die Hinrunde punktgleich hinter Bayern München auf Platz zwei.

Für Klasnic ist das noch nicht zufrieden stellend. „Jetzt sind wir Vize-Herbstmeister und brauchen nicht um den heißen Brei herumzureden: Nur einer wird Meister, und das sind wir“, sagte der 27-Jährige. Für Klasnic waren es in seinem 138. Erstligaspiel die Tore 43 und 44. Letztmals hatte er am 4. November 2006 gegen Cottbus getroffen.

Nach seinem ersten Tor gegen Bayer war der in Hamburg geborene Kroate in sich gegangen. „Der Moment des ersten Tores war sehr emotional. Ich habe ein paar Sekunden gebraucht, um das zu realisieren“, sagte Klasnic. In der 30. Minute egalisierte der Angreifer, der nach der Nierentransplantation im März erstmals wieder vor heimischem Publikum in der Startelf stand, den Führungstreffer von Tranquillo Barnetta (6.).

Nach dem Ausgleich agierten die Hanseaten plötzlich schneller und ließen sich auch nicht aus dem Rhythmus bringen, als Schiedsrichter Knut Kircher Werder-Stürmer Markus Rosenberg einen Elfmeter verwehrte (41.). Mit Toren von Diego (50.), Clemens Fritz (57.), wiederum Klasnic (63.) sowie Rosenberg (69.) überrollte der Werder-Express die zuletzt starken, nun aber hilflosen Gäste. Auch Stefan Kießlings Treffer zum 5:2 (76.) tat der Euphorie im Stadion keinen Abbruch. Sie fand mit Klasnic’ Auswechslung kurz vor Schluss ihren emotionalen Höhepunkt.

Weniger Feierstimmung kam bei Jurica Vranjes und Tim Borowski auf. Der erstaunte Ersatzkapitän war nach schwachem Beginn zusammen mit Vranjes bereits nach 30 Minuten von Trainer Thomas Schaaf ausgewechselt worden und verfolgte die Werder-Gala mit versteinerter Miene im Kabinengang. „Sie hatten nicht ihren besten Tag“, erläuterte Schaaf.

Klasnic wollte seine Leistung nicht überbewerten. „Ich habe meiner Familie versprochen, dass ich eines Tages wieder Tore schießen werde“, verriet der Stürmer, und fügte an: „Wirklich schön sind die Tage, an denen man aufsteht, weiß, dass man gesund ist, und machen kann, was man gerne macht.“

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Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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