Hannover /Jeddeloh Es gibt da dieses Bild vom 20. Mai des vergangenen Jahres. Ein junger Mann strahlt über das ganze Gesicht. Er hält dabei jene Trophäe in den Händen, die jeder Fußballer, egal ob klein oder groß, gern einmal anfassen würde. Die bekannteste „Salatschüssel“ des Landes, die Schale für den Deutschen Fußballmeister.

Der junge Mann heißt Leo Weinkauf. Geboren im Juli 1996 in Oldenburg, fußballerisch aufgewachsen beim VfL Oldenburg, von der U 11 bis zur U 19 ausgebildet bei Werder Bremen, 2014 sein Abitur am Neuen Gymnasium in Oldenburg gemacht und dann nach München ausgezogen, um beim FC Bayern mit den ganz Großen zu spielen, zu trainieren und zu gewinnen.

„Es war eine sehr intensive und wichtige Zeit für mich als Torwart, in der ich mich weiterentwickeln konnte. Viermal stand ich dabei sogar im Bundesligakader der Bayern“, erzählt der inzwischen 22-Jährige im Gespräch mit der NWZ. Normalerweise mit der Zweiten des Rekordmeisters in der Regionalliga Bayern unterwegs, profitierte der Keeper zeitweise von Verletzungen wie der von Manuel Neuer, trainierte dadurch mit dem Welttorhüter, seinen Vertretern Sven Ulreich und Tom Starke und wehrte auf dem Gelände an der Säbener Straße plötzlich Schüsse von Robert Lewandowski, Arjen Robben und Co. ab.

Seit dieser Saison ist Weinkauf zurück vom Süden in den Norden gewechselt. Bei Hannover 96 will er den nächsten Schritt gehen, wurde von Manager Horst Heldt mit einem Profivertrag über drei Jahre ausgestattet. Über die Reserve versucht er sich nun in der Regionalliga Nord für den Erstligisten anzubieten, in dessen Kader sich Michael Esser (30) und Philipp Tschauner (32) die ersten beiden Torwartplätze aufteilen. „Ist doch klar, dass ich mich über gute Leistungen in der U23 für höhere Aufgaben empfehlen möchte. Hier bekomme ich reichlich Spielpraxis. Wir haben zudem eine echt starke Nachwuchsmannschaft bei 96“, sagt Weinkauf.

Und mit diesem Team, das bisher acht Punkte aus fünf Partien holte und auf Rang sechs der Tabelle steht, befindet sich Weinkauf derzeit mitten in den „Heimatwochen“. Am vergangenen Sonntag traf er mit den 96ern auf den VfB Oldenburg und erlebte beim 0:0 einen relativ ruhigen Nachmittag. An diesem Samstag nun gastiert seine Elf um 16 Uhr beim SSV Jeddeloh in der 53acht-Arena. Und am 7. Oktober (15 Uhr) spielt er mit Hannovers Nachwuchs beim VfL Oldenburg. Jenem Verein, in dem er ab dem vierten Lebensjahr das Fußballspielen erlernte.

„Es ist toll, dass sowohl der VfL als auch der VfB in der gleichen Liga spielen wie wir“, sagt Weinkauf. Der Kontakt in den hohen Norden sei auch in der Zeit an der Isar nie abgerissen: „Schließlich lebt meine Familie in Oldenburg und natürlich habe ich auch aus der Ferne immer einen Blick auf das sportliche Geschehen in meiner Heimatstadt. Wobei mich natürlich sehr die Entwicklung des VfL und des VfB interessiert“, sagt Weinkauf.

Nun geht es aber erst einmal nach Jeddeloh, unweit der alten Heimat Eversten. Als Weinkauf im Jahr 2000 mit dem Fußballspielen begann, spielte der SSV im übrigen noch in der 1. Kreisklasse Ammerland. Nun trifft der Deutsche Meister auf die Kicker am Kanal. Ein Besuch bei der Familie dürfte danach eine Selbstverständlichkeit sein.

Lars Blancke
Redakteur
Sportredaktion

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