Hannover Die Hannoveraner Jungs Mirko Slomka und Jan Schlaudraff übernehmen – und sollen 96 wieder zu neuem Glanz verhelfen. Nach dem Abstieg aus der Bundesliga wird mit Slomka ein alter Bekannter Cheftrainer in der 2. Liga, Schlaudraff wird zum Sportdirektor befördert. Die Mission für das neue Führungsduo, das in Hannover Erinnerungen an furiose Europapokal-Abende weckt, ist klar: Rückkehr auf die große Bühne.

Slomka und Schlaudraff „werden von nun an die Planungen für eine erfolgreiche Saison weiter vorantreiben, die mit einem Neustart in der 2. Liga beginnt“, teilte 96 am Dienstag mit und machte gleichzeitig zu Slomkas Vorgänger Thomas Doll keine Angabe: „In verschiedenen umfassenden Gesprächen wurde die Philosophie festgelegt, die Hannover 96 künftig verfolgen möchte.“

Diesen Neuaufbau traute Clubchef Martin Kind Doll offenbar nicht zu. Der 53-Jährige hatte im Januar die Nachfolge von André Breitenreiter angetreten und in Hannover einen Vertrag bis zum Sommer 2020 unterschrieben – gültig auch für die 2. Liga. Doch nun wird der glücklose Doll vorzeitig abberufen, mit Slomka und Schlaudraff setzt Kind ganz auf sein Hannover-Modell.

Der Unternehmer Kind hatte zuletzt immer wieder betont, dass er einen Trainer und Manager holen will, die sich wirklich mit Hannover verbunden fühlen. „Wenn jemand von außen kommt, dann ist keine wirkliche Identifikation gegeben“, sagte der 75-Jährige zuletzt: „Dafür muss man in der Stadt aktiv leben und dafür auch kämpfen.“

Mit Slomka und Schlaudraff übernimmt nun ein Duo, das vor allem für die gute alte Vergangenheit steht. Unter Slomka erlebte 96 von 2010 bis 2013 die erfolgreichsten Jahre der jüngeren Vereinsgeschichte, zweimal führte der vor den Toren der Stadt geborene 51-Jährige die 96er mit aggressivem Umschaltfußball in die Europa League. „Wir haben hier wundervolle Zeiten gehabt und tolle Momente in Europa erlebt. Jan und ich haben einen gewissen Stallgeruch“, sagte Slomka bei seiner Vorstellung.

Damals stand Schlaudraff unter Slomka noch als Spieler auf dem Platz und dribbelte sich als Europacupheld in die Herzen der Fans. Von 2008 bis 2015 trug der heute 35-Jährige das 96-Trikot und war ab Sommer eigentlich nur als Manager-Lehrling eingeplant.

Doch weil Horst Heldt wegen der verkorksten Saison bereits im April gehen musste, stieg Schlaudraff schon früher ein und begann mit seinen Planungen für den Zweitliga-Kader. Nun muss er mit Slomka entscheiden: Wer muss gehen? Wer soll für den Wiederaufstieg kommen? Trainingsstart ist in Hannover bereits am 17. Juni. „Wir wollen agieren und Fußball auf den Platz bringen, der begeistert“, sagte Schlaudraff.

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