Oldenburg /Wolfenbüttel Als Pionier sieht sich Peter Lux noch immer nicht. „Ich war Berufsfußballer. Und da ging man eben dorthin, wo es sich gerade ergab“, sagt der 52-Jährige über seinen ungewöhnlichen Schritt vor 25 Jahren. Denn kurz vor der Deutschen Einheit, die am 3. Oktober 1990 vollzogen wurde, wechselte Fußballprofi Lux im Sommer 1990 nicht von Ost nach West, wie es damals viele Kicker in Deutschland taten. Der Mittelfeldspieler ging den anderen Weg. Nach dem Bundesliga-Abstieg von Waldhof Mannheim zerschlug sich ein Transfer zum damaligen Zweitligisten Eintracht Braunschweig. „Ich bekam dann einen Anruf aus Hamburg. Es meldete sich jemand, der für Dynamo Dresden Spieler für die DDR-Oberliga suchte“, berichtet Lux: „Ich bin dorthin gefahren und habe ein Probetraining absolviert. Und kurz darauf waren wir uns einig.“

1984 an Olympia teilgenommen

Peter Lux spielte in der Bundesliga für Eintracht Braunschweig, den Hamburger SV und Waldhof Mannheim. Mit der bundesdeutschen Olympiamannschaft nahm er 1984 an den Sommerspielen in Los Angeles teil. Im selben Jahr wurde er vom neuen Teamchef Franz Beckenbauer in den Kader für ein A-Länderspiel berufen; in der Partie kam er allerdings nicht zum Einsatz. Seine Profikarriere beendete Lux 1993 beim damaligen Zweitligisten Braunschweig.

Die Bezahlung erfolgte damals bereits in D-Mark, nachdem die Wirtschafts- und Währungsunion am 1. Juli 1990 in Kraft getreten war. Wie viel er bekam, mag Lux nicht sagen, nur so viel: „Es war okay.“

Die weit verbreiteten Aussagen von Kollegen, dass in der Wende- und Vereinigungszeit die Bedingungen im ostdeutschen Fußball abenteuerlich waren, mag Lux so nicht teilen. „Die Trainingsmöglichkeiten waren ausgezeichnet“, erinnert er sich: „Dynamo Dresden war ja zu der damaligen Zeit auch einer der führenden Clubs in der DDR.“ Sportlicher Erfolg wollte sich bei Lux dennoch nicht einstellen. Nur sporadisch kam er unter Trainer Reinhard Häfner zum Einsatz, nach nur fünf Einsätzen war der Abstecher nach Dresden Ende Oktober 1990 schon wieder beendet. Lux: „Es hat einfach nicht gepasst. Ich habe dort nicht so eingeschlagen, wie es sich vielleicht alle Beteiligten erhofft hatten.“

Lux kehrte zu Eintracht Braunschweig zurück, wo er Jahre zuvor bereits gespielt hatte. Dresden bestritt die Saison in der DDR-Oberliga (es war die letzte) auch ohne ihn sehr erfolgreich und wurde im Sommer 1991 hinter Hansa Rostock Vizemeister. Damit verbunden war zur Saison 1991/92 der Sprung in die dann gesamtdeutsche Bundesliga. Zum Team zählten in der Saison 1990/91 unter anderem die späteren Nationalspieler Heiko Scholz und Sven Kmetsch sowie die Dynamo-Legende Hans-Uwe Pilz.

Heute arbeitet Lux in Kissenbrück (Landkreis Wolfenbüttel) als Golftrainer. Obwohl er in Dresden letztlich keinen Erfolg hatte, schaut er entspannt auf die Saison 1990/91 zurück: „Das war schon eine interessante Episode in meinem Leben.“

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.