Oldenburg /Wechloy Die Oldenburger Hallen-Stadtmeisterschaft wird fortgesetzt. Am Wochenende 15. – 17.Januar 2021 findet die 23.Auflage statt. Erstmalig werden auch die Ü32-Kicker ihren Sieger in der Sporthalle Wechloy ausspielen.

Doch das ist Zukunftsmusik, wir wollen an dieser Stelle noch ein Fazit der abgelaufenen Veranstaltung ziehen. Der Polizei SV ist Hallen-Stadtmeister 2020 und hat für die Überraschung des Turnieres gesorgt. Im Finale gegen BW Bümmerstede II gewannen die Wechloyer im Neunmeterschießen und verwiesen die Vorjahresfinalisten GVO Oldenburg und SV Eintracht auf die Plätze drei und vier. Der SV Eintracht holte sich den dritten Platz im Neunmeterschießen gegen den GVO, der die beiden letzten Austragungen für sich entschied.

Die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen. Sie sahen spannende Spiele und viele Tore. 219 an der Zahl. Bei 54 Turnierspielen macht das einen Durchschnitt von etwa 4 Toren pro Spiel. Das kann sich durchaus sehen lassen.

Es war ein gutes Turnier, mit Überraschungen in den Vorrundengruppen. So hat der TuS Eversten selber nicht mehr damit gerechnet, die Endrunde am Sonntag zu erreichen. Bei sechs Punkten auf Platz drei. Das der VfB Oldenburg II sich direkt mit sieben Zählern qualifiziert war auch nicht selbstverständlich und dass es der SV Ofenerdiek nicht schafft, sich in der letzten Gruppe durchzusetzen, war auch nicht absehbar.

Der Sonntag stand dann ganz im Zeichen des Polizei SV, der gleich zum Auftakt den Titelverteidiger GVO mit 3:1 bezwang. Mit vier Siegen aus vier Spielen erarbeiteten sich die Gastgeber auch langsam, aber sicher die Sympathien in der Halle. BW Bümmerstede II ist mit einem Mix aus erster und zweiter Mannschaft nach Wechloy gekommen. Etwas überraschend war die Finalteilnahme aber deshalb, weil Trainer Marco Büsing für den Sonntag kaum Spieler zur Verfügung hatte.

Die Endrunde am Sonntag wurde eingeleitet, mit einer Begrüßungsrede der Bürgermeisterin Christine Wolff, anschließend starteten die Spiele.

Über den Ablauf haben wir schon berichtet, doch wollen wir auch die Trainer zu Wort kommen lassen und natürlich auch den Veranstalter. An erster Stelle gibt es jedoch ein Dankeschön.

Danke an alle 17 Oldenburger Vereine, dass sie wieder an den Stadtmeisterschaften teilgenommen haben und dieses Event somit auch jedes Jahr am Leben halten. Die Oldenburger Hallen-Stadtmeisterschaften gehören in den Kalender und sind ein fester Bestandteil in den letzten Jahren.

Dennoch darf man auch den Lauf der Zeit nicht außer Acht lassen. In Zeiten, in den Social-Media-Seiten immer mehr boomen, in den der E-Sport immer mehr Zuwachs erhält, verändern sich auch die Prioritäten der Kicker.

„Die Stadtmeisterschaft hat ein wenig an Stellenwert verloren“, sagen beispielsweise Eversten-Coach Nils Reckemeier und SVO-Trainer Brian Adamovic. „Es ist ein Hallenturnier, welches von den Veranstaltern aber super organisiert wurde und es hat ja auch viel Spaß gemacht“, fügt Nils Reckemeier an. „Im Laufe der Zeit hat sich einiges Verändert. Was das Sportliche bei uns angeht, so sind wir schon ein wenig unzufrieden. Mit etwas mehr Zielstrebigkeit und Willen wäre sicherlich mehr drin gewesen. Glückwunsch an den Polizei SV, die das Turnier verdient gewonnen haben und zwei starke Turniertage absolvierten“.

Für Schwarz-Weiß Coach Jürgen Gaden lief das Turnier auch den Zielen entsprechend. „Für uns war wichtig, dass sich niemand verletzt. Wir wollten zudem den Sonntag erreichen, beides ist uns gelungen. Uns fehlten ein paar Spieler, aber das passt schon. Was mir aufgefallen ist, es gab streckenweise schon eine härtere Spielweise und ich hätte mir gewünscht, dass die Schiedsrichter etwas eher durchgegriffen hätten. Meine Tendenz geht irgendwie Richtung Futsal, denn da kommt es mehr auf technischen Fußball an. Von der Organisation war das Turnier aber Klasse“.

Michael Ackermann, Coach des neuen Stadtmeisters war natürlich zufrieden, denkt aber auch weiter. „Die Jungs waren bis in die Haarspitzen motiviert und haben alles reingehauen. Die Mannschaft hat sich gegen höherklassige Teams durchgesetzt und am Ende das Turnier verdient gewonnen. Damit haben sie sich auch für eine eher nicht so gelungene Hinrunde in der Liga rehabilitiert und können mit diesem Turniersieg sicher auch Schwung in die Vorbereitung mitnehmen“.

Für den GVO reichte es zwar nur zum Halbfinale, dennoch fällt das Fazit recht positiv aus. „Unser Ziel war das Halbfinale, das haben wir erreicht, daher alles gut. Nach zwei Siegen in Folge ist es auch gut, dass mal wieder ein anderer Verein gewonnen hat“, sagt Rainer Warns. „Negativ ist für aber immer noch, dass nicht wirklich alle ersten Mannschaften mitwirken, somit fehlt ein wenig der Anreiz, vielleicht auch für die Zuschauer. Am Sonntag würden zwei Vierergruppen auch ausreichend sein. Sehr positiv ist auf jeden Fall die Organisation“.

Der SV Eintracht kam zwar nicht ins Finale, was dem Fazit aber keinen Abbruch tut. „Wir sind sehr zufrieden. Es war ein super Turnier, welches der Polizei SV absolut verdient gewonnen hat“, sagt Eintracht-Coach Hendrik Neteler. „Wichtig war, dass sich niemand verletzt hat, von ein paar Blessuren abgesehen. Die Organisation war Top, die Leistung der Schiedsrichter hat gestimmt, es war ein rundum gelungenes Turnier“.

Für den VfB Oldenburg II gab es auch einigen Grund für ein positives Fazit. „Als Mannschaft aus der 2.Kreisklasse sind wir mit dem Erreichten sehr zufrieden. Unser Ziel war es, die Hauptrunde zu erreichen und da die Großen etwas zu ärgern“, sagt Malte Tabken. „Das haben wir beides geschafft, Samstag weiter als bester Dritter und Sonntag Schwarz-Weiß geschlagen und GVO am Rande einer Niederlage gehabt. Zudem sind wir nicht Letzter in der Hauptrunde geworden! Ziel erreicht! Das Turnier war sehr gut organisiert, da passte alles! Grundsätzlich positiv zu erwähnen war das gute Miteinander fast aller Mannschaft auf einer sehr freundlichen Ebene. Negativ vielleicht die langen Spielpausen am Sonntag“.

Für Steffen Janssen, Trainer des VfL Oldenburg II, fehlte es ein wenig an spielerischen Elementen. „Teilweise gab es für mich zu viel Gebolze, das Turnier war aber gut. Meine Mannschaft hat viele schöne Spiele gezeigt und viele Tore erzielt. Mein junges Team hat einige Fehler gemacht, die mit mehr Erfahrung nicht passiert wären, wir wollten uns auch unbedingt für das Halbfinale qualifizieren, aber wenn es einen Lerneffekt für die Zukunft gab, kann ich damit gut leben. Unser Glückwunsch geht an den Polizei SV, der das Turnier verdient gewonnen hat“.

Carsten Berndt:“ Die Vorrunde mit drei Gruppen war super, es gab nicht lange Pausen. Für uns war auch die Endrunde am Sonntag drin gewesen, leider haben wir uns aber nicht qualifiziert, das war schade. Das Turnier hat aber Spaß gemacht, das Livecenter war klasse, man war immer direkt informiert“.

Das Abschluss-Fazit folgt von Timo Treu. „Aus unserer Sicht war das Turnier ein voller Erfolg. Der Zuspruch der Vereine war sehr groß und wir konnten aus dem ersten Turnier im letzten Jahr einige Punkte besser umsetzen. Es gibt immer Kleinigkeiten, an denen wir arbeiten können und werden. Ein großer Dank geht an Horst Rickels und seinem Team, die uns mit Tatkräftiger Unterstützung vieles abgenommen haben. Auch die vielen internen Helfer haben alles gegeben, um dieses Turnier erfolgreich zu gestalten, vielen Dank dafür.

Im nächsten Jahr wird zudem mit einer Rundum-Bande gespielt. „Das war für dieses Jahr auch schon geplant, konnte aber kurzfristig nicht umgesetzt werden“, sagt Timo Treu.

Andreas Kempe Nordwest-Fußball / Autor
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