Delmenhorst Die Frauen des TV Jahn Delmenhorst haben durch eine 1:2-Niederlage gegen den Walddörfer SV den Einzug in die dritte Runde des DFB-Pokals verpasst. Auf die Gewinnerinnen wartet nun der aktuelle Spitzenreiter der Frauen-Bundesliga, der FC Bayern München.

Den Grundstein für das Weiterkommen legten die Gäste aus Hamburg im ersten Durchgang. Die Delmenhorsterinnen fanden in den ersten 45 Minuten nicht ins Spiel. Kaum ein Zweikampf wurde gewonnen, nur selten gab es Spielzüge über mehr als drei Stationen zu sehen. Ganz anders hingegen die Gäste, die durch schnelles umschalten im Mittelfeld ein ums andere Mal die Delmenhorster Abwehr in Verlegenheit brachten. „Wir haben uns in der Pause alle gefragt, warum wir teilweise so ängstlich waren“, sagte Delmenhorsts Trainer Jörg Beese nach dem Spiel. „Wir waren meilenweit weg von den Gegenspielerinnen, die Ordnung bei den Standardsituation war natürlich gruselig.“ Dabei suchte er den Fehler aber auch bei sich selbst. „Es war ein Fehler, Sandra Göbel aus der Viererkette herauszuziehen und auf die sechs zu stellen und mit einer Dreierkette zu spielen.“ Diesen Fehler korrigierte er im zweiten Spielabschnitt, zu diesem Zeitpunkt lag sein Team aber mit zwei Toren in Rückstand. Das 0:1 resultierte aus einer Ecke von der rechten Seite. Nach einer Kopfballverlängerung stand Saalmüller am langen Pfosten frei und schoss platziert zum 1:0 ein. Nur acht Minuten später hatten die Gäste die Chancen 2:0. Nach einem langen Ball musste Torfrau Jannika Ehlers aus ihrem Kasten und wurde ausgespielt, der Schuss aus rund 25 Metern verfehlte dann aber das leere Tor knapp. Erst nach einer knappen halben Stunde hatte Jahn einen ersten Ball in Richtung Tor zu verzeichnen, aber der Kopfball von Lea Bultmann verfehlte das Tor der Gäste deutlich.

In der 34. Minute folgte dann der nächste Rückschlag für die Gastgeberinnen. Nach einer eigentlich harmlosen Flanke von der linken Seite sprang im Zentrum eine Abwehrspielerin unter dem Ball durch und ermöglichte so Mirella Tizia Pleqi per Kopf das 2:0. Bleese reagierte in der Pause, stellte auf eine Viererkette um und brachte mit Mona Matzdorf und Emilia Reck zwei neue Spielerinnen. Diese sorgten auch direkt für Betrieb vor dem Tor der Gäste. „In der zweiten Halbzeit haben wir es dann gut gemacht,“ sagte der Trainer, der mit ansehen musste, wie sein Team in der 53. Minute durch Reck nach schöner Vorarbeit von Olivia Kulla die erste gute Chance liegen ließ. Die Walddörferrinnen versuchten nach Ballgewinnen schnell umzuschalten, kamen aber meist nur bis knapp hinter die Mittellinie, ehe sie von der Abwehr der Delmenhorsterinnen gestoppt worden. Nur einmal geriet das Tor des TV Jahn im zweiten Durchgang in Gefahr, aber in der 66. Minute verzog die eingewechselte Lea-Marie Rusch knapp. In der 72 Minute flankte Reck von der rechten Seite, Bultmann verfehlte mit einem Kopfball knapp das Tor. Zwei Minuten später traf Nathalie Heeren nach einem schönen Angriff nur den Pfosten, den Abpraller schlenzte Olivia Kulla ebenfalls an den Pfosten. Die Abwehr der Gäste bekam den Ball nicht richtig geklärt und ermöglichte Kulla einen weiteren Abschluss, der nur Zentimeter über die Latte ging.

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Gastgeberinnen die Partie komplett im Griff, der Anschlusstreffer wäre verdient gewesen. Der fiel in der 74. Minute. Nach einer Ecke von der rechten Seite, die zu kurz abgewehrt wurde, jagte die eingewechselte Gesa Bücking den Ball aus 24 Metern Torentfernung an die Latte, den Abpraller drückte die ebenfalls eingewechselte Stefanie Herzberg zum hochverdienten Anschlusstreffer über die Linie. Drei Minuten vor dem Abpfiff versagte die Schiedsrichterin Nadine Westerhoff den Delmenhorsterinnen einen Handelfmeter. Nach einem Schuss aus kurzer Entfernung sprang der Ball einer Abwehrspielerin an die Hand, die Schiedsrichterin erkannte darin aber kein strafbares Vergehen. „Wenn man sieht was in der Bundesliga gepfiffen wird, war das ein klarer Strafstoß,“ sagte Delmenhorsts Trainer, der anfügt, dass eine Spielerin der Gäste in dieses auch nach Abpfiff bestätigt hätte. In der verbleibenden Spielzeit warfen die Jahn-Frauen alles nach vorne, schafften es aber nicht mehr, klare Chancen heraus zu spielen. „Es wurmt richtig, wenn man diese zweite Halbzeit sieht“, sagte Bleese nach dem Spiel. Heinrich Ferber, Fußballobmann der Gäste, sagte nach dem Spiel, dass er dachte, dass sein Team nach der ersten Halbzeit die Partie souveräner zu Ende spielen würde. „Delmenhorst hat einfach eine viel bessere zweite Halbzeit gespielt,“ erkannte er an. Er fügte an, dass der Ausgleich durchaus verdient gewesen wäre. „Wir haben bei den beiden Pfostentreffern auch viel Glück gehabt.“

Volkhard Patten Nordwest-Fußball / Redakteur
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