Frankfurt Fußball-Deutschland trauert um Rudi Gutendorf. Der Kult-Trainer mit eigenem Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde starb bereits am Freitag mit 93 Jahren im Beisein seiner Familie an Altersschwäche. Dies bestätigte sein Sohn am Samstag.

Der Fußball war für Gutendorf bis zu seinem Tod immer mehr als ein Job. Es war seine ganz große Leidenschaft – und brachte ihn um die Welt, bis nach Ghana, Iran, China und Fidschi. Bis vor zwei Jahren war für den Weltenbummler, der aufgrund seiner zahlreichen Trainerstellen von Rengsdorf bis Ruanda als Trainer mit den meisten internationalen Engagements im Guinness-Buch aufgeführt ist, noch nicht Schluss.

In seiner Heimat in Koblenz trainierte der Coach noch einmal eine Flüchtlingsmannschaft. „Der Ball fasziniert mich einfach. Er lässt sich nicht betrügen. Manchmal ist er launisch, ein richtiger Sauhund“, sagte Gutendorf vor zwei Jahren dem Fußball-Magazin „Socrates“, „aber mit ihm ist mir nie langweilig geworden, nie hatte ich die Schnauze voll vom Fußball.“ Er habe sein ganzes Leben „nichts anderes gemacht“, betonte er einmal. Für seine Verdienste bei Jobs in Amerika, Afrika, Asien, Ozeanien und Europa erhielt Gutendorf zwei Bundesverdienstkreuze.

Der Deutsche Fußball-Bund und frühere Clubs von Gutendorf bekundeten ihr Beileid. DFB-Vizepräsident Rainer Koch sagte: „Rudi Gutendorf war weltweit ein herausragender Botschafter des deutschen Fußballs, was er für das Ansehen des deutschen Trainerwesens in mehr als 30 Ländern auf fünf Kontinenten geleistet hat, ist einzigartig.“ Als „Riegel-Rudi“ habe er auch „ein Stück Bundesliga-Geschichte“ geschrieben, fügte Koch an.

Mit diesem Spitznamen hatte der Coach dem MSV Duisburg mit seinem Defensivfußball in der ersten Bundesliga-Saison 1963/1964 die Vize-Meisterschaft beschert. Weitere Stationen in der höchsten deutschen Spielklasse vom VfB Stuttgart über Schalke 04, Kickers Offenbach, Tennis Borussia Berlin und Hamburger SV folgten.

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