Zürich Nach dem umstrittenen Urteil zu den WM-Vergaben an Russland und Katar steht der Fußball-Weltverband Fifa heftig in der Kritik. „Dieser Bericht heute ist leider nicht der erhoffte Befreiungsschlag, der die Zweifel in der Öffentlichkeit verschwinden lässt“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach am Donnerstagabend in der ARD-„Tagesschau“. Grünen-Politikerin Claudia Roth sprach von einem „schlechten Tag für den Fußball“ und ging mit der Arbeit der Fifa-Ethikkommission hart ins Gericht. „Wer es zulässt, dass die Fifa sich selbst untersucht, darf sich auch nicht wundern, wenn dann nichts dabei herauskommt“, sagte sie dem „Handelsblatt“.

Zuvor hatte der Freispruch vom Korruptionsvorwurf für die WM-Gastgeber Russland (2018) und Katar (2022) bereits zu einem Fifa-internen Eklat geführt. Nur wenige Stunden nach der Veröffentlichung eines 42-seitigen Berichts der rechtssprechenden Ethikkammer unter dem Vorsitz des deutschen Juristen Hans-Joachim Eckert kündigte Sonderermittler Michael Garcia wegen „zahlreicher unvollständiger und fehlerhafter Darstellungen der Tatsachen und Schlussfolgerungen“ Berufung gegen den Bericht an.

„Der ganze Prozess ist ein Scherz“, sagte Englands Verbandspräsident Greg Dyke. Die Korruptionsbekämpferin Sylvia Schenk sprach von einer „Kommunikationskatastrophe“. Die Frankfurterin, die bei Transparency International Deutschland die Arbeitsgruppe Sport leitet, sagte: „Die Fifa erhält keine Glaubwürdigkeit, wenn nur 42 Seiten von mehreren 100 veröffentlicht werden.“

Der Stellungnahme Eckerts zufolge gibt es keine Einwände gegen das Turnier in Katar. Auch Russland als Gastgeber der nächsten WM wurde von den seit langem schwelenden Korruptionsvorwürfen freigesprochen.

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