EMDEN Der hoch verschuldete Fußball-Oberligist Kickers Emden hat mit der Vorbereitung auf die am 12. Februar startende Rückrunde begonnen. Zu der von Trainer Uwe Groothuis geleiteten ersten Einheit nach der Weihnachtspause erschienen allerdings nur sieben Spieler. Dennoch sind Groothuis und der Sportliche Leiter Jens Jaschob zuversichtlich, die Rückrunde absolvieren zu können. Die beiden hätten Zusagen von zehn Spielern vorliegen, außerdem könnten immer wieder A-Jugendliche eingesetzt werden. Zudem würden sogar Gespräche mit möglichen Zugängen geführt.

Die Emder drückt eine Schuldenlast von rund 2,8 Millionen Euro. Im November 2011 hatte der Club einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt, damit steht das Team laut Reglement bereits als Absteiger fest. Zahlreiche Spieler hatten sich daraufhin neue Vereine gesucht, so zum Beispiel Malte Müller und Daniel Kulbatzki (beide zum VfL Oldenburg), Julian Bennert (VfB Oldenburg) und Aaron Thalmann (SSV Jeddeloh). Torjäger Andreas Gerdes-Wurpts wird vom Oberliga-Rivalen SV Meppen umworben, beim Regionalligisten SF Lotte absolvierte er bereits ein Probetraining.

Der neue Kickers-Präsident Günther Kunz geht derweil fest davon aus, dass es zu einer Eröffnung des Insolvenzverfahrens kommt. Das ist die Voraussetzung für das Fortbestehen des Clubs, der ab der Saison 2012/13 in der Landesliga spielen will. Das darf er allerdings nur, wenn er die laufende Saison in der Oberliga auch beendet. Insolvenzverwalter Axel Gerbers, ein Rechtsanwalt aus Bremen, hatte jüngst eine Fristverlängerung bis Ende Januar für die Durchsicht der Club-Unterlagen beantragt. Aufbauend auf seiner Einschätzung entscheidet dann das zuständige Amtsgericht Aurich, ob das Verfahren (in dem die Gläubiger auf viel Geld verzichten müssten) eröffnet wird oder mangels Masse gar nicht zustande kommt. Das hätte die Löschung des Clubs aus dem Vereinsregister zur Folge.

Sollte das Verfahren eröffnet werden, würden die Emder die Rückrunde mit besagtem Rumpfkader bestreiten. Alle Spiele, auch die bereits absolvierten, würden allerdings aus der Wertung genommen. Das soll eine Wettbewerbsverzerrung verhindern, da die Emder in der Hinrunde mit einer anderen, stärkeren Mannschaft Punkte geholt hatten (das Team belegt mit 15 Zählern Rang 15). Dass in der Rückrunde dann für die Emder und den jeweiligen Gegner nur noch bedeutungslose Spiele ausgetragen werden, die Kosten verursachen, findet auch Jürgen Stebani „unglücklich“. Der Vorsitzende des Spielausschusses des Niedersächsischen Fußball-Verbandes verweist aber auf die Spielordnung, „die das so vorsieht. Ich habe mir das nicht ausgedacht, es ist in der Tat nicht optimal.“

Für die Oberligisten wie den VfB Oldenburg und den BV Cloppenburg stehen in der Rückrunde womöglich zweimal bedeutungslose Spiele an. Denn auch Eintracht Nordhorn hatte Ende 2011 einen Insolvenz-Antrag gestellt. Auch die weiteren Partien der als Absteiger feststehenden Nordhorner würden somit aus der Wertung genommen.

Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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