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Sagt der Redner: „Lassen Sie mich etwas ausholen”, dann wird der Zuhörer nervös.

Sagt der Frank Buschmann: „Ich freue mich schon auf die lange Gesprächsstrecke nach dem Spiel“ und weist auf „den ausführlichen Talk nachher“ hin, dann wird der Zuschauer eine Stunde vor dem Spiel höchst nervös.

Dabei könnte der Zuschauer bei Sat 1 der Sache gelassen entgegen sehen. Eine lange Gesprächsstrecke besteht bei dem Moderator aus höchstens zehn, 15 Minuten. Mehr Zeit lassen ihm und seinen Gesprächspartnern die Zwänge der Werbung gar nicht.

Zu Mitternacht hin wird das länger, aber der Zuschauer auch müder. Fast ein Dutzend Werbeblöcke unterbrechen jeden Redefluss beim ersten Auftritt des Senders bei der EM. So oft kann niemand Toiletten-Pausen einschieben. Manchmal springt das überdrehte Tempo der Werbesprache sogar auf die redaktionellen Schilderungen über.

Dass der Abend zum Hackepeter-Menü gerät, ist schade. Das Team des Privatsenders liefert ordentliche Arbeit ab. Es frischt die Zuschauer auch mit anregenden Phasen auf. In dieser Form kann Sat 1 mit ARD und ZDF mithalten. Wirklich daneben liegt nur „Icke“ Dommisch mit seiner Anbiederung an die hier biedere Netzgemeinde. Der fällt zu Rumänien und Albanien nichts ein.

Hansi Küpper spürt als Kommentator sensibel die vorder- und hintergründige Dramatik dieses Kellerduells der Gruppe A auf. Aber er kocht sie weder auf zu großer Flamme hoch, noch topft er sie distanzierend runter. Sein Sprachduktus erinnert an Bela Réthy, aber er ist beileibe kein Bela-Réthy-Verschnitt.

Natürlich ist Buschmann ein Dampfplauderer. Doch er kann über sich selbst lachen: „Jetzt läuft’s aus dem Ruder, dabei wollten wir es ganz seriös angehen.“ Vor allem aber setzt er seine Partner am ran-Tisch im Europapark in Rust fair in Szene. Marcel Reif, Kommentator im Ruhestand, darf schmunzelnd darauf hinweisen, dass in der Gruppenphase einer EM durch aufmüpfige Außenseiter noch „Zeit für die Romantik im Fußball“ bleibt.

Die Schlagfertigkeit von Serdar Somuncu mag der lehrerhaften Experten- und Analytikerschar die Ohren klingen lassen. Was war positiv an diesem Torschuss von Armando Sadiku? „Na klar, dass er den Ball reingemacht hat“, sagt der Schriftsteller und Kabarettist und grinst. Und was war dabei schlecht von den Rumänen? „Dass sie das Tor nicht verhindert haben.“ Nun gut, ganz so einfach ist Fußball nun auch wieder nicht. Aber ein frischer Luftzug vertreibt manchen Nebel.

Im Grunde betreibt Sat 1 massiv Werbung gegen sein eigenes System. Derart zerstückelt macht Fußball auch dann keinen Spaß, wenn er durch Werbefinanzierung den Betrachter nichts kostet, jedenfalls kein Geld. Die Öffentlich-Rechtlichen verlangen Gebühren. Das Pay-TV streicht Abo-Beiträge ein. Aber der Spielfluss auch drumherum und über die EM hinaus bleibt dort erhalten.

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