Paderborn Penis-Affäre, Alkohol-Schlagzeilen, Lizenz-Wirbel – und dazu noch chronisch erfolglos: Der einst so große Stefan Effenberg (47) ist beim kleinen SC Paderborn krachend gescheitert. In nur 141 Tagen wurde aus dem selbsternannten „The New One“ (Der Neue) in der ostwestfälischen Fußball-Provinz „The Fired One“ (Der Gefeuerte).

Ein Anruf von der Urlaubsinsel Mallorca beendete die Trainerkarriere des einstigen Superstars des FC Bayern, bevor sie richtig begonnen hatte. „Ich konnte es nicht mehr ertragen“, sagte Wilfried Finke, Präsident des stark abstiegsgefährdeten Fußball-Zweitligisten am Donnerstag.

Der Möbel-Unternehmer teilte Effenberg die Entlassung nach zwölf Spielen in Serie ohne Sieg von seinem Feriensitz aus per Telefon mit. Statt Glanz und Glamour in Paderborn hat es sich nach nicht einmal fünf Monaten ausgetigert. Neuer Trainer wird René Müller (41), bislang Leiter des Paderborner Nachwuchs-Leistungszentrums.

„Die Addition der Dinge war entscheidend“, sagte Finke. Dass Effenberg keine gültige Trainerlizenz besitzt, war „der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat“. Ein solches Szenario habe er „nicht für möglich gehalten. Das hat mich in meinen Grundfesten erschüttert“.

Neben der sportlichen Talfahrt sorgte „Effe“ während seiner ersten Trainerstation auch abseits des Platzes für Schlagzeilen. Im Januar wurde die Penis-Affäre um Stürmer Nick Proschwitz bekannt, der im Trainingslager im türkischen Belek seinen Unterleib entblößte. Im Februar kassierte Effenberg dann einen Strafbefehl wegen Trunkenheit am Steuer nach einem Oktoberfestbesuch, und erst Anfang der Woche kam ans Licht, dass er aktuell gar nicht über eine gültige Trainerlizenz verfügt. „Ich kann nicht zulassen, dass der Verein einen unseriösen Anstrich bekommt“, sagte Finke. „Hollywood“ passe nicht nach Paderborn, der Club dürfe nicht „zum SC Effenberg degenerieren“.

Scannen Sie das Bild und sehen Sie ein Video über Stefan Effenberg.

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