Dortmund Reizwort Tuchel! Allein die Frage nach der Rückkehr des Trainers von Paris Saint-Germain an seine alte Wirkungsstätte bereitet in Dortmund derzeit Unbehagen. Weder Profis noch Führungskräfte des Revierclubs wollen vor dem Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League an diesem Dienstag (21 Uhr) gegen den französischen Meister zum Hype um den ehemaligen BVB-Coach beitragen. „Wir spielen gegen PSG und nicht gegen den FC Tuchel. Er wird an der Seitenlinie stehen, aber das wird uns nicht interessieren“, kommentierte Torhüter Roman Bürki.

Schlagzeilen wie die über den „Eiszeit-Gipfel“ (Sport Bild) sorgen ohnehin für genügend Brisanz. Sie erinnern an das zerrüttete Verhältnis zwischen Thomas Tuchel und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und die Gründe für die krachende Trennung im Sommer 2017. Tuchel sieht das Wiedersehen mit seinem ehemaligen Club jedoch nicht als Gelegenheit, alte Rechnungen zu begleichen. „Dieses Spiel ist keine Bühne, um irgendetwas aufzuarbeiten. Die Dinge sind aufgearbeitet und verarbeitet für mich“, sagte er.

Scheitern die Franzosen jedoch zum vierten Mal in Serie im Achtelfinale des Wettbewerbs, könnte Dortmund erneut für Tuchel Schicksal spielen. Nicht auszuschließen ist, dass für den 46-jährgen Fußball-Lehrer in diesem Fall auch die Zeit in Paris zu Ende geht.

An solchen Spekulationen mag sich beim BVB niemand beteiligen. Auch Watzke vermied es, an alte Dissonanzen zu erinnern. „Wir haben zwei Jahre gut zusammengearbeitet, und zum Schluss wurde es etwas zäh. Aber das ist drei Jahre her. Er ist ein großartiger Trainer, und wenn ich ihn sehe, werde ich ihn sicherlich begrüßen und ich denke, dass er das auch tun wird“, sagte der Geschäftsführer.

Bei den Profis liegt der Fokus ohnehin voll und ganz auf der sportlichen Aufgabe. Denn die wird schwer genug. Schließlich ist der Gegner seit 23 Pflichtspielen unbesiegt. Trotz dieser imposanten Bilanz sieht Lizenzspielerchef Sebastian Kehl keinen Grund für allzu große Ehrfurcht: „Wir werden definitiv mit breitem Kreuz antreten, Paris hat auch Respekt vor unserer Truppe.“

Die Partie könnte zu einem Spektakel werden. Schließlich verfügen beide Teams über reichlich Offensivpower. Für die Borussia dürfte das jüngste Bundesligaspiel gegen Frankfurt (4:0) als Blaupause dienen. Nach zuvor schwachen Abwehrleistungen und reichlichen Gegentoren wirkte das Team erstaunlich stabil.

Das war ganz im Sinne von Lucien Favre, der für Dienstag eine noch vorsichtigere Gangart in Aussicht stellte. „Natürlich sehe auch ich gern schöne Spiele. Aber schön ist es manchmal auch, eine bessere Defensive als Offensive zu haben. Ich habe nichts dagegen, nur 1:0 zu spielen.“ En passant erinnerte er an die starke Gruppenphase der Franzosen: „Sie waren in einer Gruppe mit Real Madrid. Und sie hatten am Ende 16 Punkte, Madrid nur 11. Das sagt alles.“

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