Oldenburg Das ist ja eine schöne Geschichte. Kaputte Fensterscheiben seien es gewesen, so erzählt es Dirk Lellek, die seine frühe Fußballkarriere vor über 30 Jahren bei Werder Bremen einläuteten. „Weil ich immer die Scheiben von den Nachbarn kaputtgeschossen habe, hat meine Mutter mich zum Training geschickt.“

Lellek durchlief die Ausbildung bei Werder von Beginn an. Heute halten das nur die Allerwenigsten bis zum Profi-Dasein durch. Der Abwehrspieler wurde mit Bremen 1985 deutscher Amateurmeister. Im gleichen Jahr belegten die Profis, für die er bis dato sechsmal aufgelaufen war, in der Bundesliga Platz zwei. Lellek wechselte dann zur Hertha ins geteilte Berlin.

Dreimal binnen kürzester Zeit brach er sich den Fuß. Das warf ihn aus der Bahn. „Ob meine Karriere ohne die Verletzungen anders verlaufen wäre, ist für mich nicht interessant. Ich bin ganz zufrieden, so wie es war“ , sagt der 49-Jährige: „Das Drumherum neben dem Platz, die vielen Menschen, die ich kennengelernt habe – dadurch bin ich nicht dümmer geworden.“

Als Trainer habe er nie Ambitionen gehabt, sagt er. Am vergangenen Sonnabend saß er beim 1:3 gegen den SV Molbergen letztmalig auf der Bank des STV Barßel (Kreisliga Cloppenburg), den er Anfang Mai dieses Jahres übernommen hatte. Drei Punkte aus drei Spielen waren den Club-Verantwortlichen offenbar zu wenig. Sie entließen Lellek – ein Profi-Schicksal im Amateurbereich.

Vor zwei Jahren war er noch einmal auf die große Bühne zurückgekehrt: Mit dem FC Oberneuland scheiterte er in der ersten Runde des DFB-Pokals mit 1:4 am FC Ingolstadt. Aber das war nur ein Intermezzo. Lellek widmete sich viele Jahre der Erwachsenenbildung in Oldenburg sowie Bremen, und er arbeitete im Verkauf.

Als Coach in Barßel lag „alles um die Ecke und die Jungs mussten keinen Urlaub mehr für Auswärtsfahrten nach Erfurt oder Halle nehmen – wie in Oberneuland“. Zwei- bis dreimal in der Woche fuhr Lellek, der seit 20 Jahren in Ahlhorn wohnt, zum Training .

Für die Werder-Profis spielte Lellek nach 1985 nie wieder. Im Sommer 1987 entschied sich der Libero für einen Wechsel zum VfB Oldenburg. „Das war ein spezielles Jahr“, erinnert er sich. 19 Tore schoss der in der Winterpause zum Stürmer umfunktionierte Verteidiger in 25 Oberliga-Spielen. „Wir hatten damals ein bisschen Not vorne.“

1993, nach einem Jahr in der Schweiz beim FC Basel, kehrte der Profi zurück zum VfB. „Unser Sohn kam zur Schule, wir wollten nicht mehr so viel umziehen. Die Nähe zu Oldenburg hat uns sehr gut gefallen.“ In Emden beendete Lellek vier Jahre später seine aktive Laufbahn. Am 1. Juli 2004 übernahm er den fünftklassigen VfB – jedoch nur für vier Monate.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.