Delmenhorst Die Frauen des TV Jahn in der 2. Bundesliga Nord, die Männer des SV Atlas in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse (Oberliga) – keine Frage: Der Fußball in Delmenhorst erlebt in dieser Saison eine Renaissance. Vor allem Kult-Club Atlas hat sich mittlerweile nicht nur zur eigenen Marke in der knapp 75 000 Einwohner zählenden Stadt entwickelt, sondern elektrisiert eine ständig wachsende Fankultur.

Dabei war der SV Atlas um die Jahrtausendwende komplett am Boden. Nach dem Abstieg aus der Regionalliga in der Saison 1997/98 und dem Ausstieg des Hauptsponsors ein Jahr später zogen die Verantwortlichen die Mannschaft am 11. Mai 1999 aus der Oberliga zurück. Es war damals der Anfang vom Ende: Vereinsumbenennung, der erneute Abstieg und die Vereinsinsolvenz 2002 folgten. Jetzt ist der Verein zurück in der Fußball-Oberliga. „Mit dieser rasanten Entwicklung haben wir selbst so nicht gerechnet“, gibt Teammanager Bastian Fuhrken zu. Der 32-Jährige war im Frühjahr 2012 zusammen mit weiteren Fußballspielern maßgeblich an der Wiederbelebung des Clubs beteiligt. Was folgte, war ein wahrer sportlicher Höhenflug, der in der 1. Kreisklasse begann und vier Aufstiege in fünf Jahren zu bieten hatte. „Mit jeder höheren Liga kamen die neuen Anforderungen“, blickt Fuhrken zurück.

Auch in der Oberliga wollen sich die Blau-Gelben nicht verstecken, wenngleich die sportlichen Aufgaben nun von noch höherer Qualität sein werden. Das bekamen die Delmenhorster bereits beim Ligaauftaktspiel zu spüren, als es auswärts gegen den Mitaufsteiger TuS Sulingen eine ärgerliche 2:3-Niederlage gab. Ihre Heimpremiere geben die Delmenhorster an diesem Samstag, 19. August (16 Uhr), im Stadion Düsternort gegen den MTV Eintracht Celle.

Apropos Heimspiele: Gerade beim Zuschauerschnitt erwartet Atlas in dieser Saison weiter steigende Zahlen. In der vergangenen Saison beispielsweise verfolgten über 2000 Besucher das Spitzenspiel gegen Kickers Emden. In der Oberliga – Saisonziel ist übrigens ein einstelliger Tabellenplatz – freue man sich laut Fuhrken besonders auf die Derbys mit dem VfL Oldenburg und BV Cloppenburg.

Während der SV Atlas bereits voll im Ligamodus läuft, stecken die Frauen vom Nachbarverein TV Jahn Delmenhorst noch mitten in der Vorbereitung. Die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Meier feierte mit der Vizemeisterschaft in der Regionaliga und dem Aufstieg in die 2. Bundesliga im Frühjahr einen der größten Erfolge der Vereinsgeschichte. 1975 und 1979 gewannen die Jahn-Frauen die niedersächsische Meisterschaft, wurden außerdem viermal Meister der Oberliga Nord sowie genauso oft Verbandspokalsieger. Einmal – in der Saison 1992/93 – schnupperte der Verein sogar Bundesligaluft, musste aber ohne einen Sieg den sofortigen Wiederabstieg hinnehmen.

Auch jetzt werde es gegen die zahlreichen professionell aufgestellten Gegner „sehr schwer“, weiß Meier, der mit seinem Team „gut abschneiden“ will. Im DFB-Pokal treten die Delmenhorsterinnen am 27. August beim Magdeburger FFC an, eine Woche später (3. September) folgt der Zweitligastart bei Mitaufsteiger FF USV Jena II.

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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