WIEN Cordoba ist für österreichische Fußball-Fans seit 30 Jahren ein Mythos, die Stadt in Zentral-Argentinien steht als Inbegriff für ein Wunder – deutsche Anhänger denken mit Grausen an das letzte Zwischenrundenspiel der Weltmeisterschaft 1978 zurück.

Der erste Sieg gegen den großen Nachbarn seit 47 Jahren, der die deutsche Hoffnung zunichte machte, nach einer verkorksten WM wenigstens noch das kleine Finale um Platz drei zu erreichen, setzte in Österreich ganz große Gefühle frei. Für die Deutschen ging die Niederlage als „Schmach von Cordoba“ in die Annalen ein.

Ein ganz bitterer Tag war jener 21. Juni 1978 für Helmut Schön, der sich seinen Abschied nach 14 Jahren als Bundestrainer anders vorgestellt hatte. Nach dem 3:2 durch Hans Krankl, der in der 88. Minute Rolf Rüssmann und Manfred Kaltz wie Slalomstangen umkurvte, musste die deutsch-österreichische Sportgeschichte umgeschrieben werden.

Vor dem Nachbarschaftsduell hatten die Deutschen als Gruppen-Dritte hinter den Niederlanden und Italien sogar noch eine theoretische Chance aufs Finale. Dazu wäre ein deutlicher Sieg nötig gewesen, Österreich war nach zwei Niederlagen bereits aus dem Rennen. Und alles begann planmäßig für Schöns Elf: Karl-Heinz Rummenigge brachte den Favoriten in der 19. Minute in Führung und mit diesem Vorsprung ging es in die Kabine. Doch dann unterlief ausgerechnet Berti Vogts in seinem 96. und letzten Länderspiel ein Eigentor (59.), danach lief nichts mehr zusammen. Das 2:1 für Österreich durch Krankl (66.) beantwortete Bernd Hölzenbein zwar mit dem Ausgleich (68.). Aber dann folgte Krankls unwiderstehliches Solo und für die Deutschen hieß es Kofferpacken.

Der letzte Sieg der Österreicher gegen Deutschland liegt knapp 22 Jahre zurück. Am 29. Oktober 1986 verlor die deutsche Mannschaft ein Testspiel in Wien mit 1:4. Toni Polster war zweimal für die Gastgeber erfolgreich, bei den Deutschen sah Lothar Matthäus die Rote Karte.

Mehr zum Spiel in Cordoba:

www.c78.at

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