Paderborn Ihr Kopf ist knallrot, ihre blonden Haare kleben an den Schläfen, ihre Augen leuchten vor Glück. Leonie Maier steht vor einer Schaar Journalisten, ihre Stimme überholt sich fast selbst beim Reden. Eine Stunde zuvor hat die Fußball-Nationalspielerin in der Arena in Paderborn Deutschland zum 1:0-Sieg im Testspiel gegen Kanada geschossen. Es war ihr erstes Tor bei einem Spiel mit der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der entscheidende Treffer der Partie. „Ich war riesig froh, dass der Ball drin war“, sagt die 20-Jährige mit einem Lächeln.

Am Donnerstag gab Bundestrainerin Silvia Neid ihren 23-köpfigen Kader für die EM in Schweden (10. bis 28. Juli) bekannt. Acht ihrer Spielerinnen sind 21 Jahre oder jünger: Laura Benkarth im Tor; Jennifer Cramer, Leonie Maier und Luisa Wensing in der Abwehr; Lena Lotzen und Dzsenifer Marozsan im Angriff; Melanie Leupolz im Mittelfeld. Die jüngste ist die 18-jährige Mittelfeldspielerin Sara Däbritz.

Verletzungspech und eine Serie von Ausfällen hat dafür gesorgt, dass Neid die Mannschaft neu ordnen muss. Sonst hätte sie viele der „jungen Wilden“ zu Hause gelassen, und Alteingesessene wie Alexandra Popp oder Linda Bresonik mitgenommen.

Diese Tatsache spricht allerdings nicht gegen die spielerischen Qualitäten. „Die haben mich beeindruckt“, sagt Torhüterin Nadine Angerer. Mit ihren 34 Jahren fühle sie sich wie die Mama des Teams, scherzt sie. Neben ihr erreicht nur noch Innenverteidigerin Saskia Bartusiak die „30er-Grenze“. Mit einem Durchschnittsalter von nur 23,56 Jahren ist der DFB-Kader bei einem großen Turnier so jung wie noch nie.

Auch Neid findet viel Lob für die neue Generation. Maier habe „eine tolle Ballbehandlung, strahlt viel Ruhe aus und ist körperlich fit. Sie hat mir bei den Lehrgängen sehr gut gefallen,“ urteilt die Trainerin und prophezeit: „Leonie hat eine große Zukunft vor sich.“ Über Melanie Leupolz, die in Paderborn ihr erstes Länderspiel absolvierte, sagt Neid: „Man sieht, dass auch sie große Qualitäten hat. Sie ist mutig, zieht auch mal einen Ball zurück.“

Die 19-Jährige selbst beantwortet die Fragen der Journalisten mit einem ebenso roten Kopf und einem ebenso breiten Lächeln wie Teamkollegin Maier. Ihre Leistung beurteilt sie aber strenger als die Trainerin. „Ich muss meine Nervosität ablegen,“ sagt die Spielerin des SC Freiburg. Das gilt auch für Maier und Co. Ansonsten zeichnet die jungen Fußballerinnen vor allem ihre Begeisterung aus. „Ich hab mich riesig gefreut und wollte einfach nur Fußball spielen“, sagt Leupolz.

NWZ Bundesliga-Tippspiel 20/21
Wer wird Tippspiel-König 20/21? Am besten gleich mittippen und jeden Spieltag um einen 50€-Gutschein von Möbel Weirauch spielen!

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.