Köln (dpa) - Timo Horn sackte auf die Knie, Dominique Heintz lag auf dem Rasen und die Fans blieben total ruhig. Der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga rückt für den 1. FC Köln immer näher.

"Das ist unfassbar, was die Mannschaft in dieser Saison wegstecken muss. Wir haben die beste Halbzeit der Saison gezeigt und die Stuttgarter an die Wand gespielt", meinte FC-Torhüter Timo Horn nach der 2:3 (1:2)-Niederlage gegen den VfB Stuttgart. Damit liegen die Kölner neun Runden vor Saisonschluss acht Punkte hinter dem Relegationsrang.

"Wenn wir jetzt noch eine kleine Chance kriegen sollten, dann müssen wir zuschlagen", sagte FC-Mittelstürmer Simon Terodde. Mittelfeldspieler Marcel Risse meinte: "Es ist zwar wieder ein Spiel weniger, aber wir schreiben uns nicht ab." Auch Trainer Stefan Ruthenbeck hat sich noch längst nicht mit dem Abstieg abgefunden. "Das Ergebnis vergessen wir schnell. Wir geben nicht auf. Die Art und Weise, wie die Mannschaft Fußball spielt, gibt mir Mut", sagte der Coach der Kölner.

Vor 50 000 Zuschauern im RheinEnergieStadion hatten die Gastgeber die Partie fest im Griff und hätten durchaus höher führen können als 1:0 durch das Tor von Claudio Pizarro (7.), der bei seinem Startelf-Debüt erstmals seit einem Jahr wieder traf. Doch statt die Möglichkeiten zu nutzen und nachzulegen, hatte Nationalstürmer Mario Gomez seinen großen Auftritt vor der Pause. Innerhalb von nicht mal zwei Minuten traf der Stuttgarter zweimal zur völlig überraschenden Führung und nach einem gewaltigen Patzer von Horn.

"Den muss ich im Schlaf halten. Das ist in dieser Situation besonders brutal", sagte der Torhüter. Für Gomez war es ein gelungener Auftritt, obwohl der VfB im ersten Abschnitt eine ganz schwache Leistung gezeigt hat. "Das ist eine große Qualität, wenn man auf so eine Situation reagieren kann", meinte der Stürmer, der den Ball beim zweiten Tor reinstocherte. "Ich hab schon ganz andere Gurkentore geschossen", meinte Gomez. Als dann Andreas Beck auf 3:1 erhöhte (57.) war die Partie entschieden, der Anschlusstreffer durch den direkt verwandelten Freistoß von Milos Jojic (86.) kam zu spät.

Der Stuttgarter Sportvorstand Michael Reschke war mit dem Ergebnis hochzufrieden, mit der Leistung seines Teams keineswegs. "Positiv ist, dass die Mannschaft immer an sich geglaubt hat. Mit dem direkten Abstieg werden wir nichts mehr zu tun haben", befand Reschke. Der gebürtige Kölner glaubt auch, dass der FC noch nicht verloren ist. "Die Mannschaft aus den ersten 42 Minuten hat die Chance, die Relegation zu schaffen. Ich hoffe, dass sie den heutigen Rückschlag verkraften können".

Gomez, der seine Saisontreffer drei und vier für den VfB erzielte, betonte, dass mit 33 Punkten die magische Grenze von 40 Zählern ja noch nicht erreicht sei. "Wir wollen jetzt unseren Lauf nutzen und weiter Gas geben", sagte der Mann des Tages.

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