Berlin Der Sport im Fernsehen wird vielen Menschen fehlen, gerade in diesen Tagen. Wie sehr, das zeigte die letzte Live-Übertragung für mehrere Wochen. 3,85 Millionen Menschen schauten am Samstag in der ARD die Biathlon-Sendung, es war das Verfolgungsrennen der Frauen im finnischen Kontiolahti.

Es sind jetzt harte Zeiten für Sportliebhaber und TV-Sender: Keine Fußball-Bundesliga bei Sky, keine Formel 1 bei RTL, kein Wintersport bei ARD und ZDF. Der Biathlon-Weltcup in Kontiolahti war der gezwungenermaßen vorzeitige Abschluss der stundenlangen Live-Übertragungen in den beiden öffentlich-rechtlichen Sendern. ARD und ZDF können die Sport-Pause besser verkraften als Sky. Der Pay-TV-Sender hofft daher, dass er die ausgefallenen Live-Sendungen, vor allem die Fußball-Bundesliga, zu späteren Zeitpunkten nachholen kann.

„Eine Reihe von Sportveranstaltungen wurde verschoben, aber nicht abgesagt, so dass wir erwarten, diese, wenn sie neu terminiert worden sind, zeigen zu können“, sagte Jacques Raynaud, Sport- und Vermarktungs-Chef bei Sky: „Wir sind uns bewusst, dass sich die Situation schnell entwickelt und arbeiten mit Hochdruck daran, auch weiterhin unsere Leistungen für alle unsere Kunden erbringen zu können.“ Was das für die Sky-Kunden und das Kündigen von Abonnements bedeutet, ist derzeit noch unklar.

Die Live-Übertragungen von der Bundesliga und der Champions League sind der wichtigste Teil des Angebotes für die Kunden des Bezahlsenders. Wie bei RTL fallen aber auch bei Sky in den nächsten Wochen die Übertragungen der Formel-1-Rennen aus. Der Pay-TV-Sender wolle auf seinen Sportkanälen zunächst ein Programm mit Dokumentarfilmen und Archivmaterial anbieten, um die verschobenen Live-Events zu ersetzen, hieß es bei Sky. Auch die ARD musste am Wochenende gewaltig umstellen. Aufgrund der vielen Absagen von Weltcup-Veranstaltungen im Wintersport gab es Serien wie „Die Tierärzte – Retter mit Herz“ und einige Dokumentationen rund um das Thema Biathlon wie „Flintenweiber“. Immerhin 2,21 Millionen Menschen schauten am Samstag „Alpenrausch im Klimawandel: Der Ausverkauf der Berge“, die Dokumentation zwischen den Biathlon-Übertragungen der Männer und der Frauen.

Die „Sportschau“ am Samstag wurde wegen des Fehlens der Fußball-Bundesliga gekürzt. Nach einer halben Stunde des Klassikers lief am späten Samstagnachmittag der Spielfilm „Miss Sixty“ – nur 1,39 Millionen Menschen wollte das sehen. Bei der „Sportschau“ sind es sonst etwa dreimal so viele Zuschauer.

Auch für das „Aktuelle Sportstudio“ nahm das ZDF eine Verkürzung vor. In Ermangelung von Sportereignissen beraumte das Zweite eine Gesprächsrunde an. Das Thema lautete: „Auswirkungen des Coronavirus auf den Fußball und den Sport im Allgemeinen“. Gegen den Trend verdoppelte die ARD am Sonntag ihre „Sportschau“ und platzierte eine einstündige Sondersendung zu den Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie auf den Sport.

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