Barcelona (dpa) - Der frühere Präsident des spanischen Fußball-Traditionsclubs FC Barcelona, Sandro Rosell, ist unter dem Vorwurf der Geldwäsche festgenommen worden.

Neben dem 54 Jahre alten Marketingexperten des Sportbereichs wurde in Barcelona auch dessen Frau in Polizeigewahrsam genommen, wie die zuständigen Behörden auf Anfrage bestätigten. Konten des Ehepaares mit Einlagen von insgesamt 35 Millionen Euro seien zudem gesperrt worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei.

Rosell hatte bei Barça zwischen 2010 und 2014 das Sagen. Ihm wird nach Medienberichten vorgeworfen, eine Bande angeführt zu haben, die Einnahmen aus Bildrechten von Profis gewaschen und dafür Provisionen kassiert haben soll. Die Polizei habe im Rahmen der vom Ermittlungsrichter am Obersten Gericht angeordneten Aktion in Katalonien und Andorra auch Wohnungen und Büros durchsucht.

Es gehe unter anderem um Geschäfte, in die auch der frühere brasilianische Verbandsboss Ricardo Teixeira verwickelt sein soll und bei denen mehr als 15 Millionen Euro gewaschen worden sein sollen, schreibt "El Mundo" in der Onlineausgabe.

Gegen Rosell ermittelt die spanische Justiz auch in einem Verfahren gegen Barcelona-Star Neymar. In dem Fall geht es um Betrug beim Wechsel des Brasilianers vom FC Santos nach Barcelona im Sommer 2013. Neben Neymar und Rosell müssen hier auch die Eltern des 25 Jahre alten Stürmers, die beiden verwickelten Vereine sowie Barcelona-Clubboss Josep Bartomeu demnächst auf die Anklagebank.

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