Augsburg Mit dem Spielball als Trophäe unter dem Arm schritt Erling Haaland nach seinem Mega-Debüt mit Dreierpack stolz durch das Augsburger Stadion. „Wenn ich ehrlich bin, habe ich nicht von drei Toren geträumt, sondern von zweien – und das war schön“, sagte der erst 19-jährige Norweger. Nicht nur mit der irren Tor-Show, sondern auch mit seiner coolen, unbekümmerten Art erstaunte Haaland nach dem 5:3 sogar die Chefs von Borussia Dortmund. „Ein Traum-Debüt. Ich habe kurz mit ihm gesprochen, und er hat gesagt: Das ist der Grund, warum Ihr mich gekauft habt“, berichtete Sportdirektor Michael Zorc mit einem lauten Lachen: „Und das stimmt.“

1:3 lag der bis dato enttäuschende BVB beim FC Augsburg zurück – dann kam Urgewalt Haaland. Drei Tore, die für einen Fußball-Teenie imponierende Körpersprache und eine beeindruckende Kaltschnäuzigkeit im Abschluss verhinderten die Pleite. „Ein fantastischer Einstand. Er ist ein superbelebendes Element“, stellte Lizenzspielerchef Sebastian Kehl zufrieden fest.

„Ich wollte so viel positive Energie wie möglich reinbringen und das Spiel drehen“, beschrieb es der Modellathlet. Reihenweise lobten ihn Gegner wie Teamkollegen. „Tolle Verpflichtung, toller Junge und ich hoffe, er wird noch viel Spaß mit uns haben“, sagte Mats Hummels.

20 Millionen Euro zahlte der BVB im Winter an Red Bull Salzburg für das Sturmjuwel, das so viele europäische Topclubs liebend gern verpflichtet hätten. Doch Haaland und sein Vater, der frühere Premier-League-Profi Alf-Inge Haaland, sahen nach dem Fußball-Biotop Salzburg das Karrieresprungbrett Dortmund als perfekte nächste Entwicklungsstufe an. Ein Stück ist Haaland damit der Gegenentwurf zu Wunderknabe Martin Ödegaard. Der Landsmann wechselte mit 16 zu Real Madrid und wartet fünf Jahre später noch auf den großen Durchbruch.

Acht Tore in der laufenden Champions-League-Saison (für Salzburg), jetzt drei zum Bundesliga-Debüt – bei seinem märchenhaften Aufstieg scheint die Mischung aus Babyface und Dolph Lundgren (in dessen Rolle als Boxer Ivan Drago) durch nichts zu stoppen zu sein. „Man hat spüren können, mit wie viel Überzeugung er auf den Platz gegangen ist. Er bringt ein ganz neues Element ins Spiel“, sagte FCA-Manager Stefan Reuter.

„Mit ihm hat Dortmund ein anderes Instrument im Orchester“, schwärmte der frühere norwegische Bundesliga-Profi und Haaland-Kenner Jan Aage Fjörtoft: „Irgendwie haben sie eine neue Waffe.“ Gewohnt zurückhaltender analysierte Trainer Lucien Favre. „Er will lernen, er ist aufnahmefähig, hat eine Top-Mentalität und hat mit 19 viel Potenzial“, sagte der Fußball-Fachmann.

Bei aller Freude über Haaland: Favre war ziemlich angefressen wegen der mangelhaften Defensivarbeit seines Ensembles. „Das macht mir Sorgen. So wirst du am Ende nicht deine Ziele erreichen“, warnte auch Zorc. Der Sportdirektor ließ durchblicken, dass Haaland in seinem bis 2024 datierten Vertrag eine Ausstiegsklausel haben könnte. „Wenn man weiß, wer alles noch im Boot war, diktiert man nicht die Bedingungen“, erklärte Zorc vielsagend.

Was der Verzicht auf Paco Alcácer am Samstag für die Zukunft des Spaniers bedeutet, verriet Zorc nicht. Mehr und mehr zeichnet sich aber ein Wechsel in die Heimat ab.

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