Zell Am Ziller Tu Felix Austria – du glückliches Österreich. Mit dieser lateinischen Redewendung aus der Zeit der Habsburger wird den Österreichern bis heute eine besonders glückliche Veranlagung und Lebensart nachgesagt. „Kriege führen mögen andere – du glückliches Österreich, heirate“, heißt es weiter. Und weil sich Fußball-Bundesligist Werder Bremen gerade im Zillertal befindet, lässt sich blendend daraus formulieren: Tu Felix Werder.

Denn irgendwie hat ja auch Werder geheiratet. Torhüter Felix Wiedwald wurde nach vier Jahren Abstinenz in die Familie zurückgeholt. Eine Liebeshochzeit, wie Wiedwald sagt: „Es ist eine schöne Sache, wieder bei Werder zu sein. Zu Hause fühlt man sich immer am wohlsten.“ Im Gegenzug will Werder nun endlich das nach dem Abschied von Tim Wiese seit 2012 vorherrschende Vakuum zwischen den Pfosten gefüllt haben. Wiedwald soll als sicherer Rückhalt die unumstrittene Nummer eins sein.

Natürlich wird dies von den Beteiligten so nicht kommuniziert. Offiziell gilt das Duell zwischen Wiedwald und Raphael Wolf (27) als offenes Rennen. Was allein deshalb nicht stimmt, weil Wolf wegen Hüft-Problemen bereits seit über einem Monat aussetzen muss. Es gibt also im Training derzeit keine Konkurrenzsituation.

Zudem sollte Wiedwald ja schon im Januar von Eintracht Frankfurt losgeeist werden – und das angesichts des damaligen 16. Tabellenplatzes sowie im Schnitt 2,29 Gegentoren pro Spiel wohl kaum für die Ersatzbank. „Klar ist es mein Ziel, der neue Stammtorwart zu sein. Das ist mein Anspruch“, sagt Wiedwald. Nach zwei Jahren beim TSV Achim ging der in Thedinghausen im Landkreis Verden geborene Blondschopf 1999 in die Jugend von Werder. Zwölf Jahre blieb er in Bremen, meinte dann aber 2011 hinter Tim Wiese, Sebastian Mielitz und Christian Vander keine Chance auf Profi-Einsätze zu haben und wechselte zum MSV Duisburg.

„Aber auch beim MSV war ich hinter Florian Fromlowitz zunächst nur die Nummer zwei“, erzählt Wiedwald. Ein Glücksfall für ihn, dass Trainer Milan Sasic schnell entlassen wurde. Dessen Nachfolger hieß Oliver Reck und der nahm als erste Amtshandlung einen Torwartwechsel vor. „Ich hatte Felix’ Qualitäten schon bei seinen Spielen in Werders U 23 erkannt. Er hat vor nichts Angst und ist stets bereit, sich weiterzuentwickeln“, sagte Reck am Dienstag im Gespräch mit der NWZ.

Wiedwald bestätigte dies, als er in der vergangenen Saison in Frankfurt den verletzten Stammkeeper Kevin Trapp sehr solide vertrat. Der ist mittlerweile bei Paris St. Germain gelandet. Wiedwald hätte ihn wohl beerbt, wäre sein Wechsel zu Werder nicht bereits perfekt gewesen. Dort gilt es für den 25-Jährigen nun, den endgültigen Durchbruch zu schaffen und nach den gescheiterten Experimenten mit Mielitz, Wolf, Richard Strebinger und Koen Casteels der ersehnte Ruhepol im Tor zu werden. „Ich bin gespannt, ob er sich in der Bundesliga freistrampeln kann. Er bringt einiges dafür mit. Ich traue ihm zu, dass er sich etabliert“, sagt Oliver Reck.


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