BARCELONA Mit traurigen Augen beobachteten Carles Puyol, Xavi und Co. das beginnende Ende der Erfolgsära von Josep Guardiola. In der ersten Reihe lauschten die Fußballstars vom FC Barcelona am Freitag gebannt, wie ihr Trainer bei einer Pressekonferenz seinen Abschied zum Saisonende verkündete. „Das ist keine einfache Entscheidung“, sagte Guardiola gerührt, „der Grund ist einfach. Vier Jahre sind eine Ewigkeit für einen Coach, vier Jahre machen jeden müde. Es ist für mich an der Zeit zu gehen.“

Vereinspräsident Sandro Rosell fiel dem mit 13 Titeln „besten Coach in der Geschichte des Clubs“ um den Hals und verkündete gleich die überraschende, aber doch konsequente Wahl des Nachfolgers. Der bisherige Assistent Tito Vilanova soll das Erbe des 41-jährigen Guardiola fortsetzen. „Man kann das Beste von Tito erwarten. Er ist mehr als begabt, die Spieler kennen ihn. Ich denke, der Club hat eine großartige Wahl getroffen“, lobte Guardiola seinen Nachfolger: „Ich war nur die Stimme der Ideen, die Tito und ich gemeinsam entwickelt haben.“

Wie sein ein Jahr jüngerer Vorgänger entstammt Vilanova der clubeigenen Talentschmiede La Masia. Der Fußball-Fachmann gilt als ruhiger und akribischer Arbeiter. Er repräsentiere „die Philosophie des Clubs“, erklärte Sportdirektor Andoni Zubizarreta.

Guardiola schwieg sich über seine eigene Zukunft hingegen noch aus. Dank seines Ansehens könnte er wohl zwischen den Posten beim FC Chelsea, dem englischen Fußball-Verband oder im kommenden Jahr bei Manchester United wählen. Noch wolle er nicht sofort einen neuen Job übernehmen, betonte Guardiola, der bei Barça stets nur Einjahresverträge unterschrieben hatte.

13 Titel holte Barça von 2008 bis heute unter Guardiola, darunter drei Meisterschaften und zwei Champions-League-Triumphe. In all der Zeit war Vilanova sein Co-Trainer.

Doch Guardiola hinterlässt seinem Jugendverein nicht nur Titel, sondern auch eine Spiel-Philosophie. Den Ball und Gegner kontrollierenden Stil seiner Vorgänger vollendete der frühere defensive Mittelfeldspieler mit einem schwindelerregenden Pressing. Als einzigen Kritikpunkt muss er sich gefallen lassen, dass ein Plan B gegen extrem defensiv stehende Gegner wie jüngst Chelsea nicht existierte.

„Ich möchte Pep von ganzem Herzen für alles, was er mir in meiner professionellen und persönlichen Karriere gegeben hat, danken“, sagte Weltfußballer Lionel Messi.

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