MAILAND MAILAND/DPA - Ausgerechnet vor dem morgigen Spitzenspiel der Champions-Liga gegen Bayern München (20.45 Uhr) ist Inter Mailand vom italienischen Fußball-Skandal eingeholt worden. Der selbst ernannte „Meister der Ehrlichen“ soll 2002 einen Detektiv auf den Ex-Schiedsrichter Massimo De Santis angesetzt, mit Hilfe von Verbindungen zur Telecom Italia seine Telefone illegal abgehört und seine Konten ausspioniert haben. Der Italienische Fußball-Verband (FIGC) wolle gegen Inter ein Ermittlungsverfahren wegen Unsportlichkeit einleiten, berichtete gestern die „Gazzetta dello Sport“.

„Dies ist völlig unfundiert. Inter hat damit nichts zu tun“, wies Club-Besitzer Massimo Moratti umgehend alle Vorwürfe zurück. Noch vor wenigen Wochen hatte der Fußball-Verband Inter Mailand nachträglich zum Meister ernannt, nachdem Juventus Turin und der AC Mailand wegen ihrer Verwicklung in die Liga-Manipulationen verurteilt worden waren. Nun stehen die „Saubermänner“ selbst am Pranger.

Im Jahr 2002 soll der damalige Inter-Präsident Giacinto Facchetti von Schiedsrichter Danilo Nucini auf seltsame Kontakte zwischen dem Juve-Manager Luciano Moggi und De Santis hingewiesen worden sein. Da Nucini seinen Verdacht nicht der Staatsanwaltschaft meldete, habe Inter selbst ermittelt: Der engagierte Detektiv habe dank seiner persönlichen Kontakte zum Telecom-Manager Giuliano Tavaroli nicht nur De Santis abhören können, sondern auch den damaligen FIGC-Chef Franco Carraro und andere Spitzen-Manager.

Für Aufsehen sorgt die Spionage-Affäre vor allem auch wegen der Kontakte zu Telekom-Manager Tavaroli. An den hatte sich 2004 auch die Staatsanwaltschaft Neapel mit der Bitte um Abhörung der Telefone von Moggi und dessen mutmaßlichen Komplizen gewandt. Tavaroli habe daraufhin seinen Vorgesetzten Carlo Buora informiert. Der wiederum ist Vize-Präsident von Inter Mailand.

Die Spionage-Affäre sorgt bei Inter Mailand vor dem wichtigen Duell mit dem FC Bayern am Mittwoch für Unruhe: Nach der 0:1-Niederlage in Lissabon stehen die Italiener unter Erfolgsdruck.

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