Wolfsburg Florian Kohfeldt, Edin Terzic, Domenico Tedesco oder doch jemand ganz anderes? Über Kandidaten auf die langfristige Nachfolge von Mark van Bommel als Trainer des VfL Wolfsburg wird längst spekuliert. Zunächst haben die Wolfsburger aber eine Interimslösung präsentiert. Michael Frontzeck wird vom Assistenten zum Chef auf Zeit und „bis auf Weiteres“ das Training beim Fußball-Bundesligisten leiten. Der Coach verschafft den Verantwortlichen Zeit für die Trainersuche.

Michael Frontzeck

Wolfsburgs Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke kennt Frontzeck aus gemeinsamen Zeiten bei Alemannia Aachen und vertraut dem 57-jährigen früheren Nationalspieler. Kurz nach der Verkündung der Übergangslösung leitete Frontzeck am Montag bereits sein erstes Training auf neuem Posten. Als hauptverantwortlicher Coach arbeitete er in seiner Karriere unter anderen für Borussia Mönchengladbach, Arminia Bielefeld, Aachen, Hannover 96 und den FC St. Pauli. Bevor er Co-Trainer von van Bommel in Wolfsburg wurde, war der 1. FC Kaiserslautern seine letzte Trainerstation. „Man kann sagen, dass das schnell war, aber wir haben uns intensiv Gedanken gemacht – nicht erst seit gestern“, wurde Schmadtke vom „Sportbuzzer“ zur am Sonntag verkündeten Trennung von van Bommel zitiert. „Das ist auch eine Niederlage für mich“, sagte er. Wolfsburg hat zuletzt acht Pflichtspiele in Serie nicht gewonnen und in der Liga viermal in Folge verloren.

Florian Kohfeldt

Als einer der Top-Kandidaten gilt jetzt der frühere Bremer Coach Florian Kohfeldt. Der 39-Jährige war vor dem letzten Spieltag der vergangenen Saison bei Werder freigestellt worden und damit einer der Hauptverantwortlichen für den Bremer Abstieg. Dennoch gilt Kohfeldt in der Szene als empathischer Fußball-Fachmann, der gut mit jungen Spielern arbeiten kann. Der ausgezeichnete „Trainer des Jahres 2018“ hat in Bremen noch einen laufenden Vertrag bis Juni 2023. Von einem Wechsel nach Wolfsburg würde also auch Werder profitieren, da die Lohnfortzahlung für Kohfeldt wegfallen würde. Dieser ist derart ambitioniert, dass er trotz des Karriereknicks in Bremen schnell zurück auf die große Bühne kehren will – beim Champions-League-Club in Wolfsburg gibt es nun eine gute Gelegenheit.

Edin Terzic

Ebenfalls gehandelt wird Edin Terzic. Er führte Borussia Dortmund als Trainer-Nachfolger von Lucien Favre in der vergangenen Spielzeit in die Champions League. Seit der Amtsübernahme durch Marco Rose im Sommer arbeitet der 38-Jährige als Technischer Direktor beim BVB. Terzic fühlt sich dem Revierclub eng verbunden, gilt aber auch als leidenschaftlicher Trainer, den es irgendwann zurück an die Seitenlinie ziehen dürfte.

Domenico Tedesco

Ein weiterer Kandidat ist wohl Domenico Tedesco (36). Der frühere Schalke-Coach hatte zuletzt Spartak Moskau trainiert, nach der vergangenen Saison bei den Russen jedoch aus familiären Gründen aufgehört. Schmadtke wollte am Montag keine Namen kommentieren. „Das internationale Geschäft bleibt die Zielsetzung“, sagte er. In der Tabelle liegt Wolfsburg derzeit mit 13 Punkten auf Rang neun. Der Rückstand auf Platz sechs beträgt einen Zähler. An diesem Samstag tritt der VfL bei Bayer Leverkusen an. Derzeit deutet einiges darauf hin, dass Frontzeck die Mannschaft dann betreut.

Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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