Friesoythe Junge Menschen, die sozial benachteiligt und individuell beeinträchtigt sind, brauchen Hilfe. Besonders wenn es um den Start in die Berufswelt geht. Dabei hilft die Jugendwerkstatt Sozialer Briefkasten in Friesoythe.

Anlässlich des Josefstages, ein Aktionstag, bei dem die Arbeit in Jugendeinrichtungen hervorgehoben wird, lud die Einrichtung Kreistagsmitglieder des Sozialausschusses ein, sich ein Bild von der Arbeit in der Jugendwerkstatt zu machen. Acht Mitglieder von der CDU, SPD und den Grünen kamen der Einladung am Dienstagmittag nach. Erste Vorsitzende Renate Geuter und Jörg Busse, Leiter der Jugendwerkstatt, führten durch die verschiedenen Räume.

Ebenfalls zu Gast waren zwei Vertreterinnen vom Jobcenter, das zwei Teilnehmer-Plätze in der Jugendwerkstatt eingekauft hat, und Schulleiter Kai Kuszak von der Soeste-Schule. Ein ehemaliger und zwei Teilnehmer, die gerade in der Jugendwerkstatt tätig sind, waren ebenfalls vor Ort und nahmen an der regen Diskussion über zukünftige Veränderungen in der Friesoyther Einrichtung und dessen Finanzierung teil.

Zwei Themen wurden besonders hervorgehoben. Theodor Schmidt (CDU) befürwortete, dass es wichtig sei, einen Teil der Berufsausbildung auch in einem anderen Betrieb machen zu können. „Dadurch lernen sich junge Menschen und der Arbeitgeber besser kennen“, sagte er aus jahrelanger Erfahrung in der Elektronikbranche.

Vonseiten des Jobcenters wurde geäußert, dass es immer noch Jugendliche ohne Schulabschluss geben würde, die dann Probleme hätten, eine Ausbildung zu finden. Es wäre wünschenswert, wenn Teilnehmer in Jugendwerkstätten auch die Möglichkeit hätten, ihren Hauptschulabschluss nachzuholen. „Dann würden die Berufschancen steigen“, meint auch Renate Geuter. Sie resümierte über das Treffen: „Es gab viel Diskussionsbedarf. Das ist durchweg positiv zu beurteilen.“

Seit 1985 gibt es die Jugendeinrichtung in Friesoythe, seitdem ist jeder, der seinen Abschluss dort gemacht hat, in einem Beruf untergekommen, so Geuter. Seit Kurzem gibt es eine Fahrradwerkstatt in der Einrichtung. Dort können alte Drahtesel wieder auf Vordermann gebracht und für kleines Geld verkauft werden.

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Nathalie Langer Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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