Friesoythe Der Wahlbezirk Gehlenberg ließ am Sonntagabend auf sich warten: 1311 Wahlberechtigte, die noch den Ausschlag in die ein oder andere Richtung geben könnten. Dass es in die Stichwahl gehen würde, war zu diesem Zeitpunkt längst klar. Um 20.46 folgte auch das letzte Ergebnis aus Gehlenberg. Und jetzt stand fest: Hildegard Kuhlen erreicht zwar die Stichwahl, geht aber als Zweite über die Ziellinie – hinter Sven Stratmann (SPD/Grüne). Auf der Wahlparty im Rathaus, zu der Hildegard Kuhlen ebenso wie Josef Themann gekommen war, herrschte gedrückte Stimmung. Mit dieser Überraschung haben nur die wenigsten gerechnet. Ausgelassene Stimmung dagegen im „Schwaneburger Hof“, in dem Sven Stratmann mit seinen Anhängern ausgelassen feierte.

Am Montagmittag nach einer kurzen Nacht gab sich Hildegard Kuhlen noch immer zerknirscht. Sie habe sich mehr erhofft – insbesondere im Stadtbereich Friesoythes und in Altenoythe. Das Wahlergebnis aus Altenoythe – im Dorfgemeinschaftshaus etwa stimmten 49,8 Prozent für Stratmann, 19,54 Prozent für Kuhlen – bereitete der CDU-Kandidatin doch einiges Kopfzerbrechen. „Das hat mich schon überrascht.“ Woran hat es gelegen? „Ich bin in der Analyse noch nicht soweit“, sagte Kuhlen.

„Tief enttäuscht“ zeigte sich am Montag Bernhard Hardenberg, stellvertretender Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Friesoythe. „Uns ist es offenbar nicht gelungen, die Kompetenz Hildegard Kuhlens an den Wähler zu bringen“, gab sich Hardenberg selbstkritisch. An diesem Dienstag wollen sich der Vorstand des Stadtverbandes und die CDU-Fraktion zusammensetzen, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Dabei werde es auch um die Analyse gehen, aber: „Wir richten den Blick jetzt nach vorn.“

„Wir müssen uns an die eigene Nase fassen“, so Hardenberg. Vor allem über die Ergebnisse in Altenoythe sei er „erschrocken“: Denn bei der gleichzeitig stattfindenden Europawahl fuhr die CDU im Dorfgemeinschaftshaus 61,89 Prozent ein. Hardenberg: „Wir haben das Potenzial der CDU nicht abrufen können.“ Auch für Kuhlen heißt es jetzt „Ärmel hochkrempeln“. „Es geht jetzt auch darum, die CDU-Kräfte zu bündeln.“

Ihre „Hausmacht“ ausspielen konnte Hildegard Kuhlen im Gasthof Sieger in Thüle. Dort bekam sie 85,6 Prozent. Insgesamt konnte Kuhlen aber lediglich sechs der 21 Wahlbezirke für sich entscheiden. Sven Stratmann, der von SPD und Grünen getragen worden war, konnte in zehn Wahlbezirken die Mehrheit holen, Josef Themann gewann drei Bezirke. Weit vorne lag Stratmann, der sein Ergebnis am Sonntagabend noch gar nicht fassen konnte, im Lokal Evangelisches Gemeindehaus (57,04 Prozent) sowie in Ellerbrock (54,54 Prozent).

Themann sprach gegenüber der NWZ  von einem akzeptablen Ergebnis, auch wenn er mit mehr gerechnet hätte. „Wir haben etwas in Bewegung gebracht, das weitergehen sollte“, sagte Themann. Für einen der beiden Kandidaten wollte sich Themann noch nicht aussprechen – anders als Bernhard Norenbrock, der als unabhängiger Kandidat angetreten war. Er rief im Gespräch mit der NWZ  seine Anhänger dazu auf, Sven Stratmann bei der Stichwahl zu unterstützen. Mit seinem Ergebnis (6,62 Prozent) zeigte sich Norenbrock zufrieden. „Ich bin realistisch an die Sache herangegangen“, sagte Norenbrock. Er hatte gemeinsam mit rund 60 Anhängern im Vereinsheim des SV Mehrenkamp die Wahlergebnisse verfolgt.

  Die Stichwal zur Bürgermeisterwahl in Friesoythe ist am Sonntag, 15. Juni.

Reiner Kramer stv. Redaktionsleitung Cloppenburg/Friesoythe / Redaktion Münsterland
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