Zetel Drei Männer, eine Leidenschaft: Der Zeteler Markt hat es dem amtierenden Marktmeister Olaf Oetken sowie seinen Vorgängern Dieter Haesihus und Georg Eilers angetan. Über den „normalen Dienst hinaus“ setzte sich das Trio für das traditionsreichste Volksfest der Weser-Ems-Region ein. Die drei trafen sich jetzt im Haus von Georg Eilers in Zetel zum gemütlichen Plausch und tauschten Erinnerungen aus.

Der 88-jährige Georg Eilers war von 1970 bis 1994 für den Aufbau und Ablauf des Marktes zuständig. Im Jahr 1970 hatte Zetels damaliger Gemeindedirektor Willi Menke die Aufgabe des Marktmeisters an Georg Eilers übertragen. Er erinnert sich: „Willi Menke hat mich bei strömendem Regen mit den Schaustellern bekanntgemacht und mir einige Finessen beim Umgang mit den Marktbeschickern anvertraut. Diese Hilfestellung habe ich gerne angenommen.“ Eilers galt als streng, aber ausgesprochen korrekt, und war bei den Schaustellern eine geachtete Persönlichkeit. Zu der Zeit standen die Geschäfte in der Hauptstraße bis zum Kino und in der Bohlenberger Straße bis zum „Hotel zur Börse“. Der Autoscooter der Familie Robrahn aus Bremen hatte seinen angestammten Platz auf dem Ohrbült, unmittelbar vor der Tischlerei Hobbie.

Orkan deckt Zeltdach ab

Georg Eilers erlebte im Verlauf seiner Laufbahn auch im wahrsten Sinne des Wortes stürmische Zeiten. So zog im Jahr 1972 ein Orkan über den Markt, der viele Geschäfte beschädigte. Eilers: „Das Dach eines Zeltes flog durch den Wind durch die Luft, die Feuerwehr musste eingreifen.“ Wegen der großen Schäden sei die Gemeinde den Schaustellern bei der Berechnung der Standgebühren entgegengekommen.

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Der 78-jährige Dieter Haesihus übernahm im Jahr 1994 die Verantwortung für den Zeteler Markt. Unter seiner Regie wurde die Platzierung der Geschäfte in der Bohlenberger Straße und in der Hauptstraße reduziert. Haesihus erinnerte sich im Verlauf des Treffens an den spektakulären Wohnwagenbrand im Jahr 1994 auf dem ZOB: „Glücklicherweise konnten alle Betroffenen gerettet werden. Es hätte auch schlimmer enden können.“

Er musste zu seiner Amtszeit die Standgebühren noch bar kassieren. „Die Schausteller waren immer sehr gastfreundlich und haben uns auch freundlich bewirtet.“ Wie sehr Haesihus seinen Beruf mochte, wird an folgender Begebenheit deutlich: Im Vorfeld eines Marktes in den 90er Jahren hatte ein Schausteller aus Ostfriesland Probleme mit der Anreise und rief den Marktmeister spätabends an. Der setzte sich ganz spontan ins Auto, fuhr den Schausteller-Fahrzeugen entgegen und leitete sie dann nach Zetel. Haesihus: „Navigationsgeräte gab es zu der Zeit nicht.“ Noch heute pflegt er die Kontakte mit den Schaustellern.

Immer mehr Besucher

Aktuell ist Olaf Oetken als Marktmeister für die Gemeinde Zetel im Einsatz. Nicht zuletzt auch unter seiner Regie hat sich das viertägige Fest einen Namen weit über die Grenzen Frieslands gemacht. Rund 120 Schausteller sind vertreten, am Mittwoch zum Vieh- und Pferdemarkt reisen noch einmal zusätzlich 60 Gewerbetreibende an. Die Zahl der Besucher hat sich im Laufe der Zeit ständig erhöht.

„Rucksackmentalität“

Oetken: „Die Polizei geht davon aus, dass im vergangenen Jahr am Mittwoch mehr als 80 000 Gäste den Markt besucht haben. Das ist schon eine beeindruckende Zahl.“ Sorge bereitet dem 49-Jährigen die zunehmende „Rucksack-Mentalität“ der Besucher, die ihre Getränke einfach mitbringen, statt auf dem Markt zu kaufen. „Das gab es zu unseren Zeiten nicht“, sagen Georg Eilers und Dieter Haesihus. Auch die Schausteller betrachten diese Entwicklung mit Sorge. „Der Zeteler Markt darf nicht zu einem Fest auf Ballermann-Niveau abgleiten“: Das hat der Vorsitzende des Schaustellerverbandes, Michael Hempen, im vergangenen Jahr auf der Zusammenkunft der Schausteller gesagt. Olaf Oetken betont, dass die verstärkten Kontrollen bereits Wirkung gezeigt hätten: „Trotz dieser Problematik verläuft der Zeteler Markt aber in geordneten Bahnen.“ Allerdings müsse bei der Menschenmenge immer wieder mit kritischen Situationen gerechnet werden. Das sei einfach nicht zu verhindern.

Der 335. Zeteler Markt wird am Samstag, 9. November, um 15 Uhr eröffnet.

August Hobbie Varel / Mitarbeiter
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