JEVER Abfall ist Rohstoff – das wird auf der Abfalldeponie in Wiefels, wo in den vergangenen Monaten mit einem Millionenaufwand eine Trockenvergärungsanlage entstand (die NWZ  berichtete), immer deutlicher. In Wiefels entsteht bei den mechanisch-biologischen Vorgängen der Müllzersetzung viel Biogas und Wärme, Photovoltaikflächen auf Dach- und Deponieflächen produzieren zudem Strom.

„Die Anlage ist auf dem Weg vom Abfall- zu einem Energiewirtschaftszentrum“, erklärte der Vorsitzende des von den Landkreisen Friesland und Wittmund getragenen „Zweckverbands Abfallwirtschaftszentrum“, Dieter Gabbey, aus Hooksiel. Landrat Sven Ambrosy erklärte: „Wir haben Wärme, für die brauchen wir noch einen Abnehmer.“ Diese Energie verpuffe im Moment ungenutzt.

Für Gabbey, der dem neuen Kreistag nicht mehr angehört und somit auch aus dem Zweckverband ausscheidet, war die Verbandsversammlung am Mittwoch im Kreishaus in Jever zugleich der Abschied aus dem Amt. Mit ihm verlassen neun weitere Mitglieder den Verband, der nun vor einem Generationswechsel steht. Darunter auch Herbert Lahl (Schortens), der dem Zweckverband wie Gabbey von Anbeginn angehörte.

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Nachdem die Anlage in Wiefels jahrelang für Probleme gesorgt hatte, nachdem ein Anlagenhersteller Konkurs anmeldete und die Nassvergärung nicht ins Laufen kam, scheint das Abfallwirtschaftszentrum mit dem zusätzlichen Bau der politisch lange umstrittenen und erst vor kurzem fertiggestellten Trockenvergärung nun den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Geschäftsführer Lothar Arlinghaus schilderte in einem kurzen Vortrag den Bau der Trockenvergärung, die die Problemmaterialen übernimmt, die die Nassvergärung nicht verarbeiten kann. Die Trockenvergärung befindet sich Arlinghaus zufolge derzeit in der Probephase, wöchentlich werden derzeit 400 Tonnen Abfall in die beiden Fermenter eingefüllt. Seit Juli wurden dort bereits 5000 Tonnen hineingefahren und verarbeitet.

Die Probephase diene dazu, um noch einige technische Einstellungen vorzunehmen, bevor die Anlage nach und nach im automatischen Betrieb gefahren werde. Die Deponie in Wiefels sei damit auf bestem Wege, alle Abfälle selbst verarbeiten zu können. Schon heute verarbeite Wiefels zehn Prozent des Hausmülls ganz Niedersachsens.

Laut Gabbey seien die Investitionen in die Anlage abgeschlossen. Seit Gründung des Zweckverbands vor 30 Jahren seien rund 70 Millionen Euro in die Anlage investiert worden. Künftige Baumaßnahmen dienten allein einer noch besseren Wirtschaftlichkeit der Anlage, so Gabbey. Das komme letztlich den Gebührenzahlern zugute.

Neben Gabbey und Lahl wurden Franz Wimmer, Hartmut Kaempfe und Günther Heußen sowie die Wittmunder Hartwig Conrads, Willi Lüpke, Eilert Eilers, Wilhelm Feldmann, Karl-Heinz Eberhards verabschiedet.

Oliver Braun Agentur Hanz / Redaktion Jever
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