Wiefelstede /Varel Gerade einmal zehn Prozent des weltweiten Einkommens verdienen Frauen. Und auch im direkten Vergleich ziehen sie statistisch gesehen den Kürzeren. In Deutschland erhalten Frauen durchschnittlich rund 22 Prozent weniger Lohn pro Arbeitsstunde (brutto) als Männer. In ländlichen Regionen ist dieses Lohngefälle noch höher.

Mit dem Thema Lohnungleichheit und Altersarmut beschäftigten sich am Mittwoch zahlreiche Landfrauen im Gasthof Rabe in Wiefelstede. Der Fachausschuss II unter Leitung von Inge Hayen (Bezirksvorsitzende Region Nordoldenburg) behandelt Themen aus dem Bereich Familie und Gesellschaft. Am Mittwoch eingeladen waren Vertreterinnen aus allen Ortsvereinen der Region Nordoldenburg, Ammerland/Friesland-Süd und Friesland/Wilhelmshaven. Mit einem interaktiven Vortrag machte Referentin Meike Stühmeyer-Freese aus Bünde das Problem der ungleichen Bezahlung und die Folgen für Frauen und Familie deutlich. Sie ist regionale Equal-Pay-Beraterin und eine von bundesweit 13 Teilnehmerinnen, die 2015 am ersten Pilotprojekt für Entgeltgleichheit des Deutschen Landfrauen-Verbandes teilgenommen hatten. Auch Landfrauen-Mitglied Ingrid Janßen aus Obenstrohe absolviert derzeit eine solche Ausbildung.

Ein Tag für gleiche Bezahlung

Auf den 18. März fällt in diesem Jahr der Equal Pay Day – also der Tag der gleichen Bezahlung.

Dieses Datum markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen umsonst arbeiten, während Männer seit dem 1. Januar für ihre Arbeit bezahlt werden.

Deutschland belegt mit diesem Ergebnis eine der Spitzenpositionen im europäischen Vergleich. Die vom Statistischen Bundesamt errechneten Bruttostundenlöhne der Frauen betrugen im Jahr 2016 16,26 Euro, während Männer hier auf 20,71 Euro kommen.

Von Männern mit Kindern unter drei Jahren arbeiten durchschnittlich 6,5 Prozent in Teilzeit, erklärte Stühmeyer-Freese in ihrem Vortrag. Bei den Frauen hingegen sind es unter gleichen Umständen 70,9 Prozent. Zwar waren viele der Teilnehmerinnen bereits aus der Berufstätigkeit raus, auf sich beruhen lassen wollen die Landfrauen diese Ungleichheiten aber nicht. Wichtig sei zu wissen, dass die Familie einen großen Einfluss auf die Berufswahl der Kinder nehme, betonte Meike Stühmeyer-Freese. Mehr Männer in typischen Frauenberufen und umgekehrt – das forderten einstimmig alle.

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Die Folgen von Lohnungleichheit und auch dem erschwerten Wiedereinstieg in den Beruf werden spätestens bei Zahlen der Rente deutlich: Hier beträgt die Gender Pension Gap, also die Lücke der geschlechterspezifischen Rente, in Deutschland 57 Prozent. In der Bundesrepublik beziehen Frauen also im Durchschnitt um ganze 57 Prozent geringere eigene Alterssicherung als Männer.

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