Wangerooge „Wir müssen versuchen, einen Spagat zwischen Wirtschaft und Gesundheit hinzubekommen – es geht darum, sowohl die Insulaner als auch die Gäste zu schützen“: Wangerooges Bürgermeister Marcel Fangohr hält die vom Land ins Gespräch gebrachte Öffnung der Insel zum 11. Mai für absolut verfrüht.

„Das wäre unverantwortlich und organisatorisch mehr als eine Herausforderung“, so Fangohr. „Wir benötigen den Tourismus auf Wangerooge und als Kurdirektor möchte ich natürlich wieder Gäste begrüßen“, betont er. Doch die Öffnung müsse langsam und schrittweise erfolgen. Am Montag, 5. Mai, soll der Stufenplan für den Start des Tourismus in Niedersachsen auf dem Tisch liegen.

Gastronomie wichtiger Pfeiler

Erwartet wird, dass zuerst Zweitwohnungsbesitzer auf die Inseln dürfen – aus eigentumsrechtlichen Gründen. „Auf Wangerooge mit seinem hohen Anteil an Zweitwohnungen würde das bedeuten, dass die Insel dann nahezu voll wäre – und kämen dann zu Pfingsten noch die Ferienwohnungen dazu, würden wir überrannt“, befürchtet Fangohr: „Einen normalen Betrieb mit 8000 bis 9000 Gästen gleichzeitig kann ich mir unter den bestehenden Umständen zu Mitte Mai nicht vorstellen.“

Ihm wäre lieber, wenn zuerst Einheimische ihre Ferienwohnungen, Hotels und Pension eröffnen könnten, um die Insel-Wirtschaft zu stärken. Zudem müsse auch für die Gastronomie als wichtiger Pfeiler des Tourismus zügig pragmatisch eine Lösung gefunden werden. „Anders als am Festland ist unsere Infrastruktur in jeder Hinsicht begrenzt – darauf haben wir Land und Landkreis auch aufmerksam gemacht“, so der Bürgermeister.

Kleinere Schritte gefordert

Er wünscht sich deutlich kleinere Schritte zur Öffnung der Insel: „Rein organisatorisch ist es auf der Insel nicht möglich, unter Einhaltung aller Abstandsregeln und Hygienemaßnahmen alle Beherbergungsmöglichkeiten gleichzeitig zu öffnen und eine uneingeschränkte Anreise anzubieten. Wir werden rechtssichere Zugangsbeschränkungen brauchen“, so Fangohr.

Wichtig vor allem für die Insulaner: „Natürlich werden wir uns dann auch dafür stark machen, dass die Einschränkung von Verwandtenbesuchen auf den ersten Grad zurückgenommen wird, so dass unsere Verwandten die Insel besuchen können“, betont Wangerooges Bürgermeister.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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