Wangerland Die Gemeinde Wangerland und die Wangerland-Touristik wollen aufgeräumt in die Saison 2019 starten. Deswegen stellten Bürgermeister Björn Mühlena und WTG-Geschäftsführer Armin Kanning am Freitag die geplanten Änderungen in Bezug auf Strandbäder in Horumersiel-Schillig und Hooksiel, Parkraumbewirtschaftung und Gebühren vor. Sie hoffen, mit der neuen Regelung endlich den unterschiedlichen Interessengruppen an Wangerlands Stränden gerecht zu werden.

FKKler

Die Freunde der Freikörperkultur bekommen zur Saison 2019 ihren Strandabschnitt am Strand Hooksiel zurück – damit verfügt das Wangerland wieder über dieses Alleinstellungsmerkmal. Der geschützte FKK-Bereich befindet sich ab 2019 wieder am Strandgebäude 3 und wird kostenpflichtig. Tagesgäste zahlen drei Euro Eintritt pro Person.

Wie berichtet, hatte der Wegfall des FKK-Bereichs die FKKler auf die Palme gebracht. Sie hatten ihren Unmut mit Unterschriftenaktionen und Protesten deutlich gemacht. „Die haben wirklich unter der Regelung am Strand von Hooksiel in der Saison 2018 gelitten. Aber das war aufgrund der rechtlich komplizierten Lage zunächst nicht anders möglich“, sagt Bürgermeister Björn Mühlena.

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Hundebesitzer

Auch Hundebesitzer sind am Strand von Hooksiel wieder willkommen. Sie bekommen den Strandabschnitt rund um Strandhaus 2, Hunde und Halter zahlen je drei Euro Eintritt. Auch in Horumersiel-Schillig am Naturstrand kann mit dem Hund an der Leine spaziert werden.

Tagesgäste

Tagesgäste zahlen künftig drei Euro Eintritt pro Person in den Strandbädern in Horumersiel-Schillig oder in Hooksiel. Dort können sie dann die gesamte touristische Infrastruktur nutzen. Kinder zahlen einen ermäßigten Eintritt von 1,50 Euro. Die WTG stellt ein Mobilheim mit Duschen, Umkleiden und Toiletten auf. Spielgeräte sollen ebenso hinzukommen. Auch eine mobile Erste-Hilfe-Station der DLRG soll aufgestellt werden. Insgesamt investiert die WTG gut 190 000 Euro. Das gesamte Strandbad wird durch die DLRG überwacht.

Die Tagesgäste haben 2019 die Wahl zwischen den bewirtschafteten Strandbädern und den frei zugänglichen und kostenlosen Naturstränden in Hooksiel und Horumersiel-Schillig. In Horumersiel-Schillig mussten die Besucher des Naturstrands bisher über den Deich und durch die Strandkasse. 2019 soll es einen eigenen barrierefreien Zugang zum Naturstrand geben.

Übernachtungsgäste

Übernachtungsgäste zahlen auch künftig keinen Eintritt in die Strandbäder. Im Gästebeitrag ist der Strandeintritt mit einbegriffen. Er bleibt 2019 unverändert bei 2,50 Euro pro Tag und Person. Anders sieht es bei den Parkgebühren aus. Bisher zahlten die Übernachtungsgäste auch keine Parkgebühren. Sie konnten mit ihrer Gästekarte (Nordsee-Service-Card) frei im Wangerland parken, auch wenn es sich dabei um einen von der WTG oder der Gemeinde bewirtschafteten Parkplatz handelte. Das wird sich 2019 ändern. Übernachtungsgäste müssen sich auf Parkgebühren einstellen.

Autofahrer

Ab 2019 sollen die Parkplätze in der Gemeinde Wangerland einheitlich bewirtschaftet werden. Betroffen sein sollen auch große bisher kostenlose Parkplätze, etwa im Kern von Hooksiel und Horumersiel ebenso die Parkflächen entlang der Bäderstraße in Hooksiel. WTG und Gemeinde sprechen von „moderaten Gebühren für alle“. Ein Konzept zur Parkraumbewirtschaftung soll im Frühjahr 2019 vorliegen.

Wangerländer

Die Wangerländer zahlen ab der Saison 2019 aus Gründen des Gleichheitsgrundsatzes ebenfalls Eintritt in die Strandbäder. Die bisherige Regelung, bei der die Gemeinde Wangerland der WTG eine Pauschale von 10 000 Euro für freien Eintritt für die Wangerländer gezahlt hatte, gibt es nicht mehr.

Janto Just

Janto Just war für freien Strandzugang an Wangerlands Stränden bis vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig gezogen und hat dort einen Sieg errungen. Das Gericht kippte die bisherige Regelung zur Bewirtschaftung der Strände im Wangerland mit einem Urteil im Herbst 2017. In der Saison 2018 waren danach alle Strände zunächst, etwa eine halbe Saison lang, frei zugänglich. In einer Hau-Ruck-Aktion wurden dann die Strandbäder eingeführt.

Just zweifelte an der Rechtmäßigkeit, auch weil die Flächen vor der Ausweisung nicht gewidmet wurden. Er hatte umgehend eine Prüfung beim Landkreis als Aufsichtsbehörde beantragt, die noch nicht abgeschlossen ist. Mittlerweile hat ein Erörterungstermin mit der Gemeinde Wangerland stattgefunden. Daraus entstandene Fragen würden derzeit weiter geprüft, sagt Kreis-Sprecherin Nicola Karmires, auch, ob die am Dienstagabend, 11. Dezember, von Wangerlands Gemeinderat beschlossene Widmung der Strandabschnitte so wasserdicht ist, wird einbezogen.

„Janto Just hat sein Ziel eigentlich erreicht. Er hat sowohl in Horumersiel-Schillig als auch in Hooksiel nun Naturstrände, die frei zugänglich und kostenlos sind“, sagte Friedo Gerdes von der Geschäftsführung der Wangerland-Touristik am Freitag.

Rahel Wolf Redakteurin / Redaktion Jever
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