Wangerland 17 Kilometer landwirtschaftliche Wege, die in „schwerer Befestigung“ – ordentlich asphaltiert – werden: „Das ist wie ein Sechser im Lotto.“ Wangerlands Ordnungsamtsleiter Markus Gellert hofft, dass im Frühjahr 2020 die geplante Flurbereinigung Oldorf-St. Joost eingeleitet werden kann. Sobald die Flurbereinigung genehmigt ist, wird es einen Infoabend für die Anlieger der überplanten Wege und Flächen geben. Dann nimmt das Verfahren für die Teilnehmergemeinschaft seinen Lauf – bis zur Schlussfeststellung 2030/31.

Betriebskosten senken

Ziel der Flurbereinigung ist, die landwirtschaftlichen Produktions- und Betriebskosten zu senken. Und zwar durch eine Zusammenlegung von Ländereien und die Verbesserung der Wege.

Straßenreparaturen 2019

Rund 300 000 Euro hat die Gemeinde Wangerland in diesem Jahr für Straßenreparaturen ausgegeben – „darin ist die reguläre Straßenunterhaltung noch gar nicht enthalten“, betonte Ordnungsamtsleiter Markus Gellert jetzt im Fachausschuss.

Bereits durchgeführt sind:
 Neupflasterung Zuwegung Feuerwehrhaus Minsen
 Neupflasterung Daunstraße Hooksiel
 Radwegreparatur Bäderstraße Hooksiel
 Reparatur Warfer Straße Waddewarden
 Reparatur Bäderstraße Außenhafen Hooksiel
 Verbreiterung des Kröpelwegs Waddewarden, Zuwegung der Feuerwehr
 Instandsetzung der Hafenmauer Hooksiel

Zurzeit in Arbeit oder geplant sind noch:
 Neue Bordsteine und Rinne an der Friedhofstraße Waddewarden
 Reparaturen an der Pakenser Straße
 Pflasterung des Fußwegs Erlenweg in Minsen.

In der Summe enthalten sind für knapp 45 000 Euro Material und Reparaturbedarf sowie für Warnleuchten, Straßenschilder, Pflanzen und Bäume, Abfalleimer und Mülltüten, Farbe und Arbeitsbühnen für den Strauchschnitt.

Nebeneffekte des Verfahrens sind Hochwasserschutz, Radwegeplanung und die Renaturierung von Gewässern, erläuterte vor kurzem im Landwirtschaftsausschuss Fredrik Meiners vom Amt für regionale Landentwicklung Weser-Ems in Aurich. Er ist Projektleiter der Flurbereinigung Oldorf-St. Joost.

Voraussetzung einer Flurbereinigung ist, dass ein Gebiet geprägt ist von zersplittertem Grundbesitz und von einem Wegenetz, das den Anforderungen der Landwirtschaft nicht gewachsen ist. „Und das trifft auf das Gebiet Oldorf-St. Joost voll zu“, sagte Meiners. Das Gebiet umfasst das Viereck zwischen Oldorf-Wüppelser Altendeich-Hohensminde, südlich der L 809 und östlich der K 87.

Wird die Flurbereinigung bewilligt, werden rund 4 Millionen Euro bewegt – 75 Prozent zahlen Bund, Land und EU, 25 Prozent bringen Gemeinde und Teilnehmergemeinschaft auf. Knapp Dreiviertel der Summe, 3 Millionen Euro, fließen dann in den Ausbau der Wege.

Laut der Vorplanung, die Meiners im Ausschuss vorstellte, stehen im Wegeplan zum Ausbau Stumpens, Wiarder Groden, Feineburger Weg, St. Joostergroden, Wayens, Gamens, Nauenser Weg, Tammhausen und Bottenser Straße bis Wüppels. Die Wüppelser Straße, deren Klinkerpflaster von den Wüppelsern selbst instandgehalten wird, wurde auf zweitrangige Priorität herabgestuft.

Oldorf entlasten

Ein Ziel der Flurbereinigung wird insbesondere sein, Oldorf vom landwirtschaftlichen Verkehr zu entlasten, kündigte Fredrik Meiners an: Geplant ist, einen Wirtschaftsweg auszubauen und zu asphaltieren, so dass landwirtschaftliche Gespanne in Zukunft nicht mehr über die Neuwarfer Straße mitten durchs Dorf fahren müssen.

Wie sich in der Sitzung zeigte, sind die Oldorfer etwas angefasst, weil bereits viele Gerüchte über die geplante Flurbereinigung kursieren, die Dorfbewohner aber noch nicht informiert wurden. „Bisher sind wir nur in der Vorplanung“, betonte Markus Gellert: „Sobald das Verfahren eingeleitet ist, werden die Eigentümer und Betroffenen einbezogen – und mit ihnen zusammen geht es dann an die Detailplanung“, versicherte er.

Als Naturschutzmaßnahmen sind in der Entwurfsplanung der Flurbereinigung die Anlage von renaturierten Streifen entlang des Crildumer Tiefs und entlang der Poggenburger Leide angedacht. „Solche Maßnahmen kommen aber nur zum Tragen, wenn die Flächeneigentümer dort bereit sind, Flächen zur Verfügung zu stellen, betonte Planer Fredrik Meiners.

Das gilt auch für die Trasse der „Ortsumgehung Oldorf“: Angedacht ist, den Uthauser Weg zu befestigen – das geht nur, wenn der Eigentümer das erlaubt.

Melanie Hanz Agentur Hanz / Redaktion Jever
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