VAREL Mehr Mitbestimmung bei der Beschäftigung von Leiharbeitskräften, ein gesetzlicher Mindestlohn und Perspektiven für junge Auszubildende – das sind die zentralen Forderungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes, wie der Ortsvorsitzende des DGB in Varel, Lothar Bredemeyer, bei der Mai-Kundgebung in Varel bekräftigte.

Einige hundert Gewerkschafter waren zur Weberei gekommen, wo neben Bredemeyer auch Landrat Sven Ambrosy sprach. Zur musikalischen Unterhaltung trugen Wilfried Sander aus Dangastermoor sowie Ivonne Looschen und Tim Tschöpe (Jaderberg) bei, die Oldies sangen. Schließlich befragte in einer Gesprächsrunde Lothar Bredemeyer den stellvertretenden Landrat Olaf Lies (MdL), die Bürgermeister Heiner Lauxtermann (Zetel) und Andreas Meinen (Bockhorn) sowie den stellvertretenden Bürgermeister Raimund Recksiedler (Varel).

„Geschachere würdelos“

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Durch Niedriglohn und Leiharbeit stünden normale Arbeitsverhältnisse unter Druck, sagte Bredemeyer. Auch die Bezahlung von Männern und Frauen sei „noch weit entfernt von gerechter Bewertung“. Den beklagten Facharbeitermangel hätten Industrie und Handwerk selbst verursacht, sagte Bredemeyer. 75 000 Jugendliche seien vergangenes Jahr ohne Ausbildungsplatz gewesen.

Landrat Sven Ambrosy nannte den Tag der Arbeit einen wichtigen Tag, um soziale Gerechtigkeit, Teilhabe und Chancengleichheit einzufordern. Vor Ort könnten die Kommunen die Infrastruktur stärken. In diesem Zusammenhang nannte Ambrosy die Schwierigkeiten bei der Bewältigung der Baumängel beim Jade-Weser-Port ein würdeloses Geschachere, das endlich aufhören müsse. Auch die Abkoppelung der Region von der Bahn sei nicht zu fassen. Ambrosy wie auch Olaf Lies sprachen sich gegen das Betreuungsgeld aus. Knappe finanzielle Ressourcen sollten besser kommunal eingesetzt werden.

In der von Lothar Bredemeyer moderierten Fragerunde forderte Raimund Recksiedler ein Beschäftigungsprogramm. Er setzte sich wie seine Amtskollegen für öffentliche Auftragsvergabe an tariftreue Unternehmen ein. Die vereinfachte Ausschreibung gebe den Kommunen die Möglichkeit, „Aufträge im Dorf zu lassen“, wie Lauxtermann auf die jetzt schon geltende Regelung hin.

Mindestlohn gefordert

Einen Skandal nannte es Meinen, wenn sich Arbeitnehmer von ihrem Einkommen nicht ernähren könnten und plädierte für einen gesetzlichen Mindestlohn. Ein weiteres Thema war die Betreuung von Kindern und Kleinkindern, um Arbeit und Beruf miteinander zu vereinen. Zetel und Bockhorn sehen sich auf gutem Wege, die Zahl der Krippenplätze zu erhöhen. Die gesetzliche Zahl von zusätzlichen 30 Krippenplätzen in Zetel werde allerdings nicht ausreichen, „es geht auch um die Randzeiten“, so Zetels Bürgermeister Lauxtermann.

Thema Schlecker

Ihre Forderung nach gesicherten Arbeitsverhältnissen bekräftigte am Rande der Veranstaltung Inge Akkaoui aus Varel. Die Schlecker-Mitarbeiterin sieht wie 54 Beschäftigte der verbliebenen zehn Schlecker-Filialen in Friesland, Wilhelmshaven und der Wesermarsch einer ungewissen Zukunft entgegen. Jetzt haben die 400-Euro-Kräfte die Kündigung erhalten, die bislang Urlaub und Krankheitsfälle abdeckten. „Wie soll das jetzt weitergehen?“, fragte die Schlecker-Mitarbeiterin.

 @ Mehr Bilder unter http://www.NWZonline.de/fotos-friesland

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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